Südafrika hat sich offenbar entschlossen, die anstehenden Probleme ausschließlich militärisch zu lösen. Die Militärausgaben sind in elf Jahren um 800 Prozent gestiegen (von 300 Millionen Dollar 1970 auf 2,5 Milliarden 1981). Während der letzten vier Wochen ist die südafrikanische Armee 300 Kilometer weit in das Nachbarland Angola, das durch einen Freundschaftspakt mit der Sowjetunion verbunden ist, eingedrungen und hat dort in regulären Schlachten 324 „Gegner“ – nicht nur Swapo-Guerillas, sondern auch angolanische Soldaten und Kubaner – getötet. Als der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen daraufhin eine furiose Resolution losließ und den sofortigen Rückzug des „Aggressors“ forderte, erklärte der südafrikanische Außenminister, die Heuchelei des Sicherheitsrats, der offensichtlich Gewalt gutheiße, ekle ihn an.

Da erhebt sich nun wirklich die Frage: Was ist Gewalt? Die Südafrikaner werden seit Jahren immer wieder aufgefordert, Namibia, das sie vor Jahrzehnten widerrechtlich ihrem Lande einverleibt haben, in die Unabhängigkeit zu entlassen. Aber sie, die im wahren Sinne des Wortes die Gewalt im Lande ausüben, wehren sich mit immer neuen politischen Tricks dagegen, was schließlich die Swapo 1979 zur Gewalt gegen das „Besatzungsregime“ trieb und dieses wiederum zur Verfolgung der Guerillas in das Schutz bietende Nachbarland. Weiß der Himmel, wohin diese Eskalation noch führen wird? Dff.