König Hussein hat nach fast zehnjähriger Unterbrechung sein Parlament reaktiviert – möglicherweise der erste Schritt zu neuen Friedensbemühungen im israelisch-arabischen Konflikt.

Seit 1974, als Hussein auf dem arabischen Gipfel von Rabat der PLO das Recht zur alleinigen Vertretung der Palästinenser einräumte, konnten die Vertreter des palästinensischen Westufers in spielen; keine politische Rolle mehr spielen; ihre ohnehin fast machtlosen transjordanischen Parlamentskollegen kamen seither nur noch einmal zusammen, um ihre Versammlung zu suspendieren.

Daß Hussein dieses Parlament aus seinem langen Urlaub wieder einberief, ist allen Dementis zum Trotz ein Zeichen dafür, daß der König wieder als Repräsentant der Palästinenser auftreten will – wenigstens als internationaler Sprecher der arabischen Bewohner des Westjordanlandes. Die Parlamentarier – fast ein Viertel der 1967 Gewählten lebt nicht mehr – beschlossen Neuwahlen für das Ostjordanland und die Kooptierung 30 neuer Vertreter Cisjordaniens. Der neue Ministerpräsident Obeidat soll Husseins Palästinenser-Engagement in praktische Politik umsetzen.

Hussein könnte so endlich die Rolle annehmen, die ihm der Reagan-Plan für den Nahen Osten zugedacht hat; vor einem Jahr scheiterten vorsichtige Bestrebungen dieser Art noch am Einspruch der PLO. Deren Rolle aber könnte sich nach dem Zerfall in zwei feindliche Lager ändern: Arafat muß sein verbliebenes Prestige zu nutzen versuchen, bevor die PLO politisch ganz auseinderfällt. HJG