DIE ZEIT

Reagan-Votum

Die Begründungen, die für die Stärke der US-Währung genannt werden, sind alle richtig. Die hohen amerikanischen Zinsen und die Erwartung, daß sie bis zu den Präsidentschafts wählen im November hoch bleiben, ziehen Geld an.

Stachel im Fleisch

Große Leistungen auf dem Gebiet der Naturwissenschaften, mehr und mehr auch auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften, können aus keinem Lande in so großer Zahl gemeldet werden wie aus den Vereinigten Staaten.

Das Amt, das die Minister frißt

Seine "kolossale Freude" am Amt des Bundesverteidigungsministers hat Manfred Wörner vor noch nicht allzu langer Zeit öffentlich bekannt; den "Reiz der Macht" kostete er mit Genuß aus.

Rechtskurve

Die Revolution entläßt ihre Sänger: Frankreichs populärster Chansonnier Yves Montand hat sich – obwohl noch Star der Polit-Filme „Z“ und „Das Geständnis“ – endgültig von der Linken losgesagt.

Gesten

Wieder keimt die Hoffnung, von Bonn kräftig geschürt, daß der Ost-West-Dialog endlich aufs neue in Gang kommt. In Stockholm werden in der nächsten Woche die Außenminister der 35 Länder zusammentreten, die 1975 die Schlußakte von Helsinki unterzeichnet haben, darunter auch der Amerikaner Shultz und der Russe Gromyko.

Zeitspiegel

Je katastrophaler sich die wirtschaftliche und soziale Lage in Rumänien entwickelt, desto Seiger entfaltet die Familie Ceausescu Personenkult und Vetternwirtschaft.

Worte der Woche

„Wer hofft, die Situation einer zugespitzten Weltlage nutzen zu können, um seinen abenteuerlichen und großdeutschen Träumen in bezug auf die DDR einen Schritt näher zu kommen, hat bei uns keine Chance.

Hasardspiel mit der Zukunft

Mein Freund, der im Versicherungsgewerbe tätig ist und zudem Erfahrungen mit Bausparkassen hat, erzählte mir von seiner Schreckensvision.

Heuchelei

Südafrika hat sich offenbar entschlossen, die anstehenden Probleme ausschließlich militärisch zu lösen. Die Militärausgaben sind in elf Jahren um 800 Prozent gestiegen (von 300 Millionen Dollar 1970 auf 2,5 Milliarden 1981).

Wahlen in Dänemark: Aufräumen im Wohlfahrtsstaat

Hätte man nicht gewußt, daß in Dänemark gewählt wurde – die Straßen Kopenhagens verrieten wenig davon. Man mußte schon eine Weile suchen, bis man ein Wahlplakat entdeckte; von den bei deutschen Wahlen vertrauten Materialschlachten keine Spur.

Libanon: Mit der Pistole zum Bäcker

Um Issam, eine noch junge Libanesin, genießt einen beachtlichen Ruf als Wahrsagerin. Über einige Seiten in Beiruts Wochenzeitschrift Monday Moming stellte sie dem Libanon das Horoskop für das neue Jahr: Es bringe den Anfang vom Ende der Krise; ein Erdbeben werde es nicht geben.

USA: Besuch aus China

Über Guam, Hawaii und Williamsburg in Virginia hatte sich Zhao Ziyang auf Washington eingestimmt. Er ist der bisher ranghöchste Besucher aus dem kommunistischen China, und nach dem nunmehr etablierten Protokoll wird Reagan im April zum Gegenbesuch nach Peking reisen.

NAMEN UND NACHRICHTEN

Benigno Aquino, im August ermordeter philippinischer Oppositionsführer, scheint von einem Mann getötet worden zu sein, dessen Identität Regierungsstellen verbergen.

Husseins Parlament

Seit 1974, als Hussein auf dem arabischen Gipfel von Rabat der PLO das Recht zur alleinigen Vertretung der Palästinenser einräumte, konnten die Vertreter des palästinensischen Westufers in spielen; keine politische Rolle mehr spielen; ihre ohnehin fast machtlosen transjordanischen Parlamentskollegen kamen seither nur noch einmal zusammen, um ihre Versammlung zu suspendieren.

Südafrika: Druck auf die Nachbarn

In der gleichen Woche, in der südafrikanische Truppen tief innerhalb Angolas zuschlugen, kündigte ihre Regierung Verhandlungen mit Moçambique an, um bessere Beziehungen zu diesem Nachbarn herzustellen.

Abgeschoben

„Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst.

,,Keiner kommt aus Abenteuerlust“

Schnoor: Die Anwendung des Ausländergesetzes, des Ausländerrechts ist eine der schwierigsten Aufgaben, die meinen Mitarbeitern und mir gestellt ist.

Hamburger Gift-Grube: Dioxin satt

Seit Tagen weicht der Regen die Deponie ein. Die Bulldozer versinken bis zu den Felgen im Schlamm. Kühlschranktüren und angerostete Herde ragen aus Bergen von Bauschutt.

Bundesinnenminister: Papiertiger

Alfred Krause, Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes (DBB), wäre ein schlechter Anwalt des öffentlichen Dienstes, würde er nicht mit größtem Nachdruck gegen die den Beamten für 1994 zudiktierte Besoldungs-„Nullrunde“ ankämpfen.

Europäische Gemeinschaft: Wie gehabt

EG-Vorhang hoch, Frankreich tritt auf, Nach dem Abgang der griechischen Präsidentschaft wäre die neueste Vorstellung der Agrarminister unter Pariser Regie vielleicht gar nicht schlecht geraten, wenn man in Brüssel nicht das bekannte Stück wiederholt hätte.

Richtlinien: Bedenken

Seit Jahren fordert die Wirtschaft, die öffentliche Hand solle endlich ihre starren Beschaffungsrichtlinien umkrempeln, damit entgegen bisheriger Praxis nicht immer nur Altbewährtes angeschafft wird, sondern auch technologische Neuheiten eine Chance bekommen.

Bonner Kulisse

la konnte nur Eingeweihten auffallen, wie die CDU-Sozialausschüsse – Vorsitzender ist Arbeits- und Sozialmlnister Norbert Blüm – den 65 Geburtstag ihm langjährigen Vorsitzenden (31.

Unternehmensberatung: Die Tochter geht anschaffen

Die Stadt Buraydah in Saudi-Arabien ist den meisten Bundesbürgern nicht einmal dem Namen nach bekannt; für einige Mitarbeiter der Hamburgischen Electricitäts-Werke (HEW) ist der Ort in der Wüste dagegen fast zur zweiten Heimat geworden.

Daimler-Benz: Lehrgeld in Amerika

Als Daimler-Benz vor sieben Jahren den amerikanischen Schwerlastwagen-Hersteller Euclid kaufte, waren die Kommentatoren voll des Lobes: Der „Einstieg in die US-Produktion“ wurde verkündet.

Österreich: Das ungeliebte Kraftwerk

Keine Lösung ist auch eine Lösung: Seit gut einem Jahr wird in Österreich um den Bau eines Wasserkraftwerkes bei Hainburg an der Donau, fünfzig Kilometer östlich von Wien, gestritten.

Kaffeemarkt: Auch Tchibo bläst die Bohne auf

Der Gruß an den Hamburger Erzrivalen kam durchaus von Herzen: „Mit der Einführung neuer kurzzeitgerösteter Kaffees durch den Hamburger Versender Tchibo“, so „begrüßte“ der Bremer Kaffeeröster Jacobs diesen Schritt, „wurde die Waffengleichheit unter den deutschen Großröstern wiederhergestellt.

Börsen-Report: Zinssorgen nehmen zu

Nach einem Start mit neuen Höchstkursen am deutschen Aktienmarkt folgte eine Phase der allgemeinen Unsicherheit, hervorgerufen durch die Dollar-Kursentwicklung.

ZEITRAFFER

Immer mehr Bundesbürger finden keine Beschäftigung. Mit 2 348 986 Arbeitslosen wurde im Dezember der höchste Stand seit 1948 erreicht.

MANAGER UND MÄRKTE

Immer noch keinen Anlaß zum Jubeln bieten die Resultate der einst ertragsstarken deutschen Tochter des japanischen Elektronikkonzerns Sony.

Gefährlicher Preiskampf

Weinmiller: Nach drei sehr schwierigen Jahren, die in der Branche ihre Spuren hinterlassen haben, hat schon das Jahr 1983 erstmals wieder einen geringfügigen realen Umsatzzuwachs gebracht.

Kein Markt für Freizeit

Laßt sich das Wirtschaftswunder bei den Arbeitsplätzen wiederholen? / Von Michael Jungblut

Astro-Medien

Zwei Lehrer der Freien Waldorfschule Würzburg vermarkten über ihren eigens gegründeten Astro-Media-Vertrieb ein Miniplanetarium und eine Sonnenuhr für Selbstbastler, um ihrer Schule aus pekuniären Nöten zu helfen.

Hochschulnotengebung: Ins Gerede gekommen

Wer sich an einer deutschen Universität eingeschrieben hat, kann viele und wenige Vorlesungen besuchen, er kann sich in sein Fach vertiefen oder seine Bücher links liegen lassen.

Mikroelektronik in der Schule: Menschen nach Maß

Nun hat 1984 wirklich begonnen. Kein Datum wurde wie dieses zum Symbol für die Gefahren des technischen Fortschritts, der „große Bruder“ zur Herausforderung für Bildung und Erziehung im technischen Zeitalter.

Diese Woche: Kinder-Doppelbeschluß

Eine Offensive für den Frieden zwischen den Generationen will die Deutsche Kinderrechtsbewegung in diesem Monat eröffnen. Die Initiatoren eines Kinder-Doppelbeschlusses (unter ihnen die Arbeitsgemeinschaft „Leben ohne Schule“, die Forschungsgemeinschaft für antipädagogische Fragen, die Aktion „Kinder-SCHUTZ“ und die Indianerkommune Nürnberg) fordern eindringlich die Abrüstung der Erwachsenen und die Gleichberechtigung des Kindes.

Im Jahr 1984 stellt die deutsche Kunstszene vorwiegend sich selber aus: Selbstbefragung oder Nabelschau?

Bei der Vorschau auf wichtige Ausstellungen deutscher Museen und Kunstvereine, die wir auch in diesem Jahr wieder zusammengestellt haben (siehe Seite 35), fällt vor allen Dingen eins auf: so viel Kunst aus eigenen Beständen wie in diesem Jahr hat es schon sehr lange nicht mehr zu sehen gegeben, vielleicht überhaupt noch nicht, seit Kunst, wie alles andere auch, international geworden ist und Künstler zum Jet-set dazugehören.

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