Alfred Krause, Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes (DBB), wäre ein schlechter Anwalt des öffentlichen Dienstes, würde er nicht mit größtem Nachdruck gegen die den Beamten für 1994 zudiktierte Besoldungs-„Nullrunde“ ankämpfen. Seine Klage ist dabei gar nicht unbegründet. Je häufiger nämlich die Einkommensentwicklung bei den Beamten unter der der Angestellten und Arbeiter des öffentlichen Dienstes bleibt, desto mehr gerät der Staat in Argumentationsnöte.

Gegenüber den Arbeitnehmern außerhalb des öffentlichen Dienstes stehen die Beamten freilich auch jetzt noch gut da. Dienstalterszulagen und Beförderungen bessern die Besoldung diskret auf, die Nichtteilnahme an der ständigen Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge erspart ihnen andererseits Nachteile, und das Fehlen jeglichen Arbeitsplatzrisikos bringt Frohsinn in den Alltag.

Daß Krause nur die Nachteile erwähnt hat, ist sein gutes Recht. Daß aber Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann ihn dabei noch unterstützt, nährt den Verdacht, daß dieser Mann nichts weiter ist als ein Papiertiger. Die „Grenzen der Belastbarkeit des öffentlichen Dienstes“ seien, so schwafelt er daher, „erreicht“. Wie sollen da noch das Beihilferecht verbessert, die Nebentätigkeit der Beamten reduziert und die Altersversorgungssysteme einschließlich der Pensionen harmonisiert werden – vielleicht dadurch, daß man Zimmermann zuvor in den Bayerischen Wald schickt?

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