Der Steigflug des Dollars dauert nun schon länger als drei Jahre. Am Ende der Carter-Ära kostete er 1,70 Mark, heute 2,80 Mark.

Die Begründungen, die für die Stärke der US-Währung genannt werden, sind alle richtig. Die hohen amerikanischen Zinsen und die Erwartung, daß sie bis zu den Präsidentschafts wählen im November hoch bleiben, ziehen Geld an. Der Dollar ist die Fluchtwährung, in die Menschen aller Zonen ihr Geld umtauschen, wenn sie es in Sicherheit bringen wollen. Der Dollar ist die internationale Handelswährung. Er ist die Währung, in der sich Länder verschulden und ihre Schulden plus Zinsen zurückzahlen. Er ist wieder die Leitwährung der Welt, seit er den Bazillus der Inflation so gut wie abgeschüttelt hat. All das treibt die Nachfrage ins Gigantische.

Manche Ökonomen glauben, daß jetzt bald der Punkt kommt, an dem die ersten Dollarbesitzer nervös werden und verkaufen, weil sie einen Kurssturz befürchten. Doch die alten Erfahrungen sind nicht viel wert. Die wirtschaftlichen Fakten sind politisch-psychologisch untermauert: Das Urteil der Finanzwelt über Ronald Reagan ist positiv. Ihr Votum für den Präsidenten treibt den Dollar in die Höhe. R. H.