Nur etwas mehr als hundert Jahre währte der großen Reichtum, dann ging’s rasch bergab mit Schwaz. Die Erzlager waren erschöpft, boten den Knappen kaum noch den Lebensunterhalt. Bloß fünf Häuser aus der Bergwerks zeit haben den Niedergang der Stadt überstanden, darunter das um 1500 erbaute Handelshaus der Fugger – es ist heute das Rathaus – und das Fugger-Wohnhaus mit seinen Erkern, Türmchen undArkaden. Alle anderen Gebäude, 420 an der Zahl, wurden 1809 vernichtet: Bayerische Soldaten steckten die Stadt in Brand.

Schwaz im Schnee ist eine stille Stadt. Die Gäßchen im Ortskern träumen vor sich hin, keine Autokolonnen, kein lautes Skifahrer-Gestiefel stören den winterlichen Frieden. Auch in den Gasthöfen der Stadt ist es ruhig um diese Jahreszeit. In den warmen Stuben läßt sich’s gut ausruhen nach einem Stadtrundgang. Ein Schwatz mit dem Wirt über dies und das, ein Obstler und eine Speckjause – was braucht der Mensch mehr?

Manche freilich mögen eine zünftige Skifahrergaudi nicht missen. Unterhaltung dieser Art findet man eher auf halber Bergeshöh’, in den Gasthöfen von Grafenast. Da wird mitunter recht sportlich gezecht, der Südtiroler Rote fließt in Strömen, und wenn es einmal ganz hoch hergeht, dann ist auch der Trinkspruch eines Einheimischen wörtlich zu nehmen, der da heißt: „Die Tiroler feiern die Feste, bis sie fallen.“ Mit ihnen, versteht sich, geht öfters auch ein Gast zu Boden.