EG-Vorhang hoch, Frankreich tritt auf, Nach dem Abgang der griechischen Präsidentschaft wäre die neueste Vorstellung der Agrarminister unter Pariser Regie vielleicht gar nicht schlecht geraten, wenn man in Brüssel nicht das bekannte Stück wiederholt hätte. Auf der Tagesordnung stand beispielsweise eine Aktualisierung der EG-Zuschußrichtlinien für modernisierungsgeeignete Milchbauernhöfe. Bloß streichen, riefen die einen, sonst beschleunigen wir die finanzielle Atemnot der Gemeinschaft. Stehen lassen, forderten die anderen. wir leben von der Milchmarkt-Ordnung. Beschlossen wurde wieder einmal nichts,

Frankreichs Landwirtschaftsminister Michel Rocard, bekannt als vollmundiger innerparteilicher Kontrahent François Mitterrand, hat mit seinen schönen Eröffnungsworten zur ersten Ratssitzung des Jahres keine Mauern einstürmen lassen. Gegen, die Europäische Gemeinschaft scheint nämlich eine Art Sonthofener Doppelstrategie zu wirken,

Margaret Thatchers Ministerspielen mit Gerhard Stoltenberg auf EG-Pleite, um die Partner Nulltarif in die Reform-Mangel nehmen zu können. Die ärmeren EG-Mitglieder basieren dagegen in Forderungen in die Reichen, bis das Brüsseler Gebälk knackt. In der Krise, so kalkulieren sie, würden Penn und London doch noch Gelder lockermachen. Hier, wie beim Pokern, kommt irgendwann die Stunde der Wahrheit. Wenn alles so weitergeht, stehen zum Schluß alleim Hemd da.