Immer mehr Bundesbürger finden keine Beschäftigung. Mit 2 348 986 Arbeitslosen wurde im Dezember der höchste Stand seit 1948 erreicht. Die Arbeitslosenquote lag mit 9,5 Prozent über der Zahl des Vorjahres mit 9,1 Prozent. Gegenüber November stieg sie um 0,7 Prozent. Im Dezember verloren somit 155 655 Personen ihre Beschäftigung. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit fiel allerdings in diesem Monat geringer aus als im Dezember 1981 und 1982.

Offene Stellen sind begehrt. Am Jahresende bewarben sich noch immer 27 Personen um einen Arbeitsplatz, obwohl sich die Nachfrage nach Arbeitskräften 1983 wieder belebt hatte. In diesem Jahr wurden 1,25 Millionen freie Plätze angeboten, elf Prozent mehr als im Vorjahr. Von 3,7 Millionen, die sich 1983 als arbeitslos gemeldet hatten, konnten 1,7 Millionen wieder eine Beschäftigung aufnehmen, fünfzehn Prozent mehr als 1982.

Wenn es den Unternehmen besser geht, zahlen sie auch pünktlicher. Mit dem leichten wirtschaftlichen Aufschwung im zweiten Halbjahr 1983 erholte sich auch die Zahlungsmoral der Firmen. Vom dritten zum vierten Quartal 1983 erhöhte sich der Prozentsatz der Unternehmen, die ihre Rechnungen zum vereinbarten Termin bezahlten, um 2,5 Prozent. Im Jahresdurchschnitt kamen 63,5 Prozent pünktlich ihren Verpflichtungen nach, während es 1982 nur 61,1 Prozent gewesen waren.

Wohnen ist teurer geworden. 1983 erhöhten sich die Mieten um 5,3 Prozent. Die Kosten der Lebenshaltung hingegen waren nur um drei Prozent gestiegen. Ein etwas anderes Bild ergibt eine mittelfristige Betrachtung: Von 1976 bis 1983 verteuerte sich die allgemeine Lebenshaltung um 34,4 Prozent, die Mieten kletterten um 33 Prozent.

Das Federvieh verliert an Beliebtheit. 1983 ging der Appetit des Bundesbürgers auf Geflügel zurück. Der Pro-Kopf-Verbrauch sank um 600 Gramm auf 9,3 Kilo. Dabei lagen die Preise 1983 mit durchschnittlich 4,50 Mark pro Kilo um zwei Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Nicht Irland muß mit einer 103prozentigen Inflationsrate leben, wie in der Wochengrafik der letzten Woche dargestellt, sondern Island. Die Iren sind besser dran: Bei ihnen kletterten die Preise 1983 um rund zehn Prozent. pel