Mutter Elena von Rumänien

Je katastrophaler sich die wirtschaftliche und soziale Lage in Rumänien entwickelt, desto Seiger entfaltet die Familie Ceausescu Personenkult und Vetternwirtschaft. Zum 65. Geburtstag der Landesmutter Elena Ceausescu, der mitregierenden Gattin des Staats- und Parteichefs, überboten die Medien einander mit byzantinischen Hymnen. Auf dem Gemälde „Dr. honoris causa Elena Ceausescu“, das die Zeitung Neuer Weg auf der Titelseite zeigte, wird die „Genossin Akademiemitglied“, Erste Stellvertretende Ministerpräsidentin und Spitzenfunktionärin der Partei zu einer Ikone stilisiert. Daneben steht der Reim: „Dem Volk und ihrem Heimatland zu leben / macht ihr inhaltsreiches Streben. / Es klingt im landesweiten Chor/der Ehre viel zu ihr empor.“ Vor allem der Chor der Verwandten, den die Ceausescus auf einträgliche Staatsämter befördert haben, bietet sich für eine Erweiterung des Gemäldes an; zum Triptychon.

Elektro-Minen

Jede Guerilla hat es darauf angelegt, möglichst viel zu zerstören. Der „Leuchtende Pfad“ in Peru macht keine Ausnahme, so daß Innenminister Percovich die Elektrizitätsgesellschaften dringend aufgefordert hat, etwas zum Schutz der Hochspannungsmasten zu tun. (Lima wurde schon einmal mit Sprengstoff „verdunkelt“.) Gedacht ist daran, die Betonsockel zu erhöhen und zu verstärken und das Gelände rund um diese Sockel zu verminen. Minensuchgeräte waren aber schon in einer ominösen Waffenfracht, die im Hafen Callao beschlagnahmt wurde, weil kein Empfänger auf den Kisten stand.

Kampf um die Beute

Die libanesische Hafenstadt Tripoli findet auch nach dem Abzug von Jassir Arafats Getreuen keine Ruhe. Die Stadt bietet jetzt einen besonderen Schatz: das Waffenarsenal der PLO-Loyalisten, das Arafat im Dezember auf einem zerbombten Schiff im Hafen zurücklassen mußte. Der PLO-Chef überließ die Waffen – Maschinengewehre, Flugabwehrraketen und Munition – seinen örtlichen Verbündeten im Kampf gegen die syrische Übermacht; islamischen Milizionären, von denen viele, Flüchtlinge aus Syrien, alte Rechnungen mit Präsident Assad begleichen wollen. Abu Mussas palästinensische Rebellen haben ihren Anspruch auf die Waffen im Hafen von Tripoli bisher nur diplomatisch angemeldet. Das erste Kommando prosyrischen Libanesen hat aber schon versucht, sich den Weg zu Arafats Hinterlassenschaft freizuschießen.