Die altersschwache „Theodor Heuss“, das Bundesbahn-Schiff auf der Vogelfluglinie, kann in drei Jahren ausrangiert werden. Dann nämlich soll eine neue Fähre die Züge von Puttgarden nach Rødby übersetzen.

Bereits 1956 wurde die „Theodor Heuss“ gebaut, sie zeigte in den letzten Jahren deutliche Verschleißerscheinungen. Anfang 1985 muß die Fähre deshalb zur Generalüberholung in die Werft, um zumindest die beiden Jahre bis zur Fertigstellung des neuen Schiffes zu überstehen.

Die Finanzierung des Neubaus war lange Zeit unklar. Doch vor kurzem entschied der Haushaltsausschuß des Bundestages, daß die Bundesbahn mit einem Zuschuß aus Steuergeldern in Höhe von 12,5 Prozent der Baukosten rechnen kann.

Auf diese sonst nur Privatfirmen gewährte Reederhilfe haben Staatsunternehmen normalerweise keinen Anspruch. Doch der Ausschuß beschloß, im Falle der Bahn eine Ausnahme zu machen. Rund 130 Millionen Mark soll das neue Schiff kosten.

Der Vorstand der Deutschen Bundesbahn läßt zur Zeit mittels einer Wirtschaftlichkeitsrechnung klären, ob es eventuell billiger wäre, den Neubau nicht selbst in Auftrag zu geben, sondern eine neugebaute Fahre von einer Privatfirma zu leasen. Dann müßte allerdings auch darüber entschieden werden, ob das geliehene Schiff mit einer fremden oder einer Bahn-Mannschaft zwischen Deutschland und Dänemark pendelt.

Verkehrspolitiker der CDU möchten sogar geprüft sehen, ob eine Privatisierung der Fährverbindung nicht die, wirtschaftlichste Lösung wäre. Diese Variante hält die Deutsche Bundesbahn jedoch für vollkommen unwahrscheinlich.

CS