DIE ZEIT

Die Fakten müssen auf den Tisch

„Wenn ein Bundesminister für sein Amt Autorität und Vertrauen braucht, dann ist es der Bundesminister der Verteidigung. Er ist mehr als jeder andere auf Autorität angewiesen, und Autorität ist immer Autorität des Amtes und der Person.

Ein Anfang, noch kein Durchbruch

Die westliche Allianz sei selten so harmonisch aufgetreten wie jetzt in Stockholm. Dahinter ist zum einen die Erleichterung zu spüren, daß das Bündnis die schwere politische Prüfung Nachrüstung verhältnismäßig unzerzaust überstanden hat.

Zeitspiegel

Aus Angst vor „Selbstmord-Kommandos“ hat das chilenische Militär die Moneda, den Regierungssitz, und Pinochets Präsidenten-Palast „besonders geschützt“.

Worte der Woche

„Es ist eine unmögliche Sache, daß Gruppierungen auf der Hardthöhe einschließlich des Ministers einer suspekten Szene und ausgesprochenen Strichjungen mehr glauben als einem Vier-Sterne-General.

Der Kanzler unter Druck

Jetzt oder nie! 1984 sei ein „geschenktes Jahr“ für Helmut Kohl, wird in der Union argumentiert. Was er heute nicht anstoße, lasse sich bis 1987 auch nicht mehr bewegen.

Im Morast?

Ist etwas faul im Staat der Bundesrepublik? In Wilhelmshaven wird dem Oberstadtdirektor die Führung seiner Dienstgeschäfte verboten, weil er Reisekostenbestimmungen verletzt hat.

Frieden in Kreuth

Kreuth, das Kürzel für die alljährlichen Einkehrtage der CSU-Bundestagsabgeordneten in der Abgeschiedenheit der Tegernseer Berge, verlief ohne Aufregung.

Assad im Dialog mit Amerika

Was hat Syriens Präsident Assad im Libanon vor? "Wenn ich das wüßte, wäre ich meine Sorgen schon lange los", sagte diese Woche sein libanesischer Kollege Amin Gemayel, der nach den neuen Schießereien und Gefechten in Hörweite seines Palastes wieder deutlich auf die Rolle des de-facto-Bürgermeisters von Beirat und Umgebung zurückgeworfen ist.

Der Streit beginnt erst

Die ersten Funken stieben schon; dabei ist der Kongreß noch gar nicht aus der Winterpause zurück. Erst am kommenden Montag beginnt die neue Sitzungsperiode, aber dann werden sehr schnell der ,,Jackson-Plan" und die 8,4 Milliarden Dollar auf der Tagesordnung stehen, die der nach dem verstorbenen Senator Henry Jackson benannte Plan zur Stabilisierung Mittelamerikas kosten soll.

Henry Kissinger und Helmut Schmidt in Brüssel: Reagan ins Stammbuch

Vor gut vier Jahren, im September 1979, stürzte Henry Kissinger die Europäer in tiefe und nachhaltige Verwirrung. In einer Rede in Brüssel warnte der langjährige Architekt der amerikanischen Außenpolitik die Verbündeten davor, sich bei jedwedem Konflikt in den achtziger Jahren auf die traditionelle Nukleargarantie der Vereinigten Staaten zu verlassen.

Amerika – China: Freundschaft auf Distanz

Die Unabhängigkeit der chinesischen Außenpolitik bleibt für Peking oberste Richtschnur. Eine gegen die Sowjetunion gerichtete „strategische Partnerschaft“ mit Washington werde es nicht geben, stellte Ministerpräsident Zhao Ziyang während seines Besuches in den USA klar.

Genfer Verhandlungen: „Propagandistische Inszenierungen“

Die USA strebten und streben keine ehrliche Übereinkunft über eine Reduzierung der Kernwaffen in Europa an. was heute die amerikanische Seite über die sowjetischen Vorschläge und die sowjetische Position bei den Genfer Verhandlungen auch sagen mag, kann nicht über das Wichtigste hinwegtäuschen, nämlich über den grundsätzlichen Unterschied im Herangehen der UdSSR und der USA an das Problem der europäischen Nuklearrüstungen .

BONNER BÜHNE: Alte Grenzen auf neuen Karten

Jubel bei der Welt: Auf einer offiziellen Deutschlandkarte des Bundesministeriums für innerdeutsche Beziehungen solle mit der "unsicheren und opportunistischen Darstellung Deutschlands" Schluß gemacht werden.

NAMEN UND NACHRICHTEN

Das Hilfsprogramm der Weltbank für die ärmsten Länder bleibt in den nächsten drei Jahren mit 9,6 Milliarden Dollar weit unter dem von den meisten Geberländern für notwendig gehaltenen Minimum.

Polen: Kirche und Staat suchen wieder das Gespräch

Während der vatikanische „Außenminister“ Silvestrini in Stockholm die Großmächte zu neuem Vertrauen ermuntert, sichert sich Polens Kardinal-Primas in Rom die päpstliche Mitwirkung bei einem innenpolitischen Befriedungsversuch.

Die schmutzige Schlacht

Mit altgewohnter Selbstherrlichkeit sammelte Manfred Wörner, der Verteidigungs-Minister in eigener Sache, seine Truppe. Er sei „heute noch sicherer als zuvor, richtig gehandelt zu haben“, rapportierte er am Dienstag vormittag der im Berliner Reichstagsgebäude tagenden CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Wenn das Karl Valentin wüßte: Ordensbruder Helmut

Ob so oder so, im Falle es könnte oder es ist, die erklärlicherweise in Anbetracht oder vielmehr, warum es so gekommen sein kann oder muß, so ist kurz gesagt kein Beweis vorhanden, daß es selbstverständlich erscheint.

Jahrmarkt der Peinlichkeiten

Am Anfang hatte die gute Absicht von Bundeswirtschaftsminister Graf Lambsdorff gestanden, die japanische Herausforderung anzunehmen.

Glasfaser: Kartellbrüder

Geschäfte ohne lästige Konkurrenz sind die besten Geschäfte. Nach diesem Motto blüht und gedeiht seit beinahe zwei Jahrzehnten ein Industrie-Club mit so feinen Mitgliedern wie Siemens, SEL, Kabelmetal, Philips und AEG.

Kreditwirtschaft: Lambsdorff inkonsequent

Mit seinem berühmten Satz: „Wer kein Geld hat, soll keine Bank betreiben“ hat sich Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff schon vor Jahren als Anhänger eines puristischen Eigenkapitalbegriffs qualifiziert.

Bonner Kulisse

Bundesgesundheitsminister und CDU-Generalsekretär Heiner Geißler hat die vom SPD-Bundestagsabgeordneten Dietrich Sperling in Aussicht gestellte Preiswürdigkeit an Sperling zurückgegeben.

Mehr Mut, Herr Minister

Im Sommer war noch alles klar: Bundesinnenminister Zimmermann forderte, daß die Bundesrepublik notfalls im Alleingang bleifreies Benzin einführen müsse.

Bankgeheimnis: Dürfen Banken über alles plaudern?

Die meisten deutschen Banken haben das Orwell-Jahr 1984 stilgerecht eingeläutet. Was sie bisher meist ohne Wissen ihrer Kundschaft taten, möchten sie von nun an ganz offen praktizieren: Die Rolle der Banken als Auskunftei wurde zum festen Bestandteil ihrer Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB).

Mitbestimmung: Sturm im Wasserglas

Klaus von Dohnanyi, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, ist wieder einmal gleich von zwei Seiten unter Beschuß geraten.

Österreich: Durch die Hintertür

Für zwei Tage war Österreichs Bundesregierung in der vergangenen Woche in die oberösterreichische Staat Steyr gekommen, um sich auf die wichtigsten Aufgaben der kommenden Monate vorzubereiten.

Fiat: Freude am Auto

Die Nachricht war so gut, daß Rat sie noch vor dem üblichen Aktionärsbrief des Präsidenten Giovanni Agnelli dem Wall Street Journal zukommen ließ: Der Turiner Autokonzern hat erstmals seit fünf Jahren im Autogeschäft wieder einen Gewinn erzielt.

Börsen-Report: Lichtblicke

Der rückläufige Dollar-Kurs hat die Mienen der Börsianer aufgehellt. Eine Anhebung des Lombardsatzes ist nicht mehr zu befürchten.

Zeit spart Geld

Während Bund und Länder bei ihren Anleihen und sonstigen Wertpapieren seit Jahren darauf verzichten, sie „ausdrucken“ zu lassen, also auch „effektive Stücke“ anzubieten, sind die Kreditinstitute bemüht, den wachsenden Wünschen ihrer Kundschaft nach Wertpapieren Rechnung zu tragen, die in Eigenverwahrung genommen werden können.

ZEITRAFFER

Die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist 1983 gestiegen. Erstmals seit zwei Jahren erhöhte sich das Bruttosozialprodukt auch preisbereinigt.

Zwang ohne Druck

Jochimsen: Zunächst einmal – das ist keine nordrhein-westfälische Erfindung. Den Anschlußzwang gibt es in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein schon lange.

MANAGER UND MÄRKTE

In der Nacht vom 16. auf den 17. Januar sind im Präsidialausschuß des Verwaltungsrates der Westdeutschen Landesbank (WestLB) zwei wichtige Personalentscheidungen gefallen.

Mit Computern gegen den neuen Analphabetismus

Kinder, Computer und neues Lernen“ heißt die 1982 im Birkhäuser Verlag erschienene Übersetzung des Buchs von Seymour Papert, das für die spricht, die dem Computer einen sicheren Platz auch in den pädagogischen Einrichtungen verschaffen wollen.

Im Kino

„Sunrise“ von Friedrich Wilhelm Murnau: eines der definitiven Meisterwerke des deutschen Stummfilms, 1927 in Hollywood gedreht, Deutsch sind Vorlage (Hermann Sudermann) und Konzeption (Carl Mayer/F.

Zeitmosaik

Sie haben zahllose Orden, türkische, griechische, was am Band, was am Hals, etcetera. Dies ist der größte Orden. Eine Münchner Gesellschaftsgruppe, die tiefernst ihren Humor betreibt, verleiht diesen Orden völlig freiwillig für völlig unfreiwillige Komik.

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