Flug LH 767 nach Hamburg ist aufgerufen. Am Check-in des Frankfurter Flughafens trudeln die Nachzügler ein. Ein Anruf unterbricht die Abfertigung. Vernehmlich gibt die Angestellte eine Weisung weiter: Die Maschine sei noch „unclear“, es könne zehn Minuten oder länger dauern, man solle die Passagiere solange aufhalten.

Also geschieht es: Die Tür zum Buseinstieg wird geschlossen. Vierzig oder fünfzig Leute stehen auf der Wendeltreppe. Das Mädchen an der Tür beschäftigt sich unterdessen damit, ihre Bordkarten zu zählen, vorwärts und rückwärts. Manchmal blickt sie auch gelangweilt durch die Scheiben. Dann sortiert sie wieder schweigend ihre Karten. Bis es einigen Passagieren zuviel wird. Sie verlangen eine Erklärung. Doch kommt nur die patzige Antwort: „Sie können ja wieder raufgehen.“ Dicht an dicht steht die Menge. Das Türmädchen schmollt und – funktioniert Menschliche Regungen sind im Arbeitsvertrag nicht vorgesehen.

Als es endlich weitergeht, wartet schon das nächste Mißgeschick auf die Fluggäste: Gepäckidentifizierung. Fragen nach dem Grund werden von einem Angestellten werden von einem zurückgewiesen. Eine behinderte Frau, die den Weg zur Maschine abkürzen will, kommendiert er in barschem Ton zurück.

In der Kabine der „Heidelberg“ breitet sich Mißmut aus. Da greift der Purser zum Bordmikrophon und entschuldigt sich „für die zum Teil miserable Abfertigung in der Halle“. Und fährt fort, als sei ein Philosoph in die Uniform des Chefstewards geschlüpft: „Wissen Sie, es ist alles so groß und so unfreundlich geworden.“

Unterwegs, wie üblich, „Ihr Kapitän“. Auch er eine Zierde seiner Gesellschaft, bittet um Verzeihung und – kaum zu glauben nach dem unmenschlichen Schweigen in Frankfurt – klärt seine Passagiere auf: Man müßte die Maschine wechseln und die Sicherheitsvorschriften des Flughafens befolgen.

Vielleicht schickt die Lufthansa Kapitän und Purser einmal in den Vorbereitungskurs fürs Bodenpersonal. Thema: Umgang mit Menschen.

Kj.