Amerika hat es besser. Die drängende Frage nach dem ökonomischen Aufschwung findet dort nächsten Sonntag endlich eine Antwort. Dann nämlich spielen die Washington Redskins gegen die San Francisco 49ers um die Super Bowl – die höchste zwischen den beiden amerikanischen Football-Ligen zu vergebende Trophäe. Immer, wenn in den vergangenen Jahren das Team der National Football League gewann, stiegen montags darauf die Kurse an der Wall Street – meist ein gutes Omen für die Konjunktur.

Zwar werden auch hierzulande Berührungspunkte zwischen Sport und Ökonomie von Kennern nicht mehr strikt geleugnet. Doch was die Nutzung der Bundesliga-Resultate zum Zweck der Wirtschaftsprognose betrifft, haben wir ohne Zweifel Nachholbedarf.

Dabei haben scharfsinnige Leute längst erkannt, daß Konjunkturanalyse und Fußballphilosophie sich auf die gleichen ewigen Wahrheiten stützen. Es ist das Verdienst des unvergessenen HSV-Stoppers Willy Schulz, frühzeitig darauf hingewiesen zu haben. Denn kluge Reporterfragen nach dem geheimen Rezept des Sieges beschied er gern mit einem Satz, der auch meist der Weisheit letzter Schluß unserer Ökonomie-Professoren ist: „Wenn et löppt, dann löppt et.“ wge