Das Urteil des Arbeitgeberfunktionärs Skov Christensen war kurz und bündig: "Diese Wahl war völlig unnötig, und es ist gut, daß die Sache nun ausgestanden ist." Die Wahl vom 10. Januar veränderte in der Tat die parlamentarischen Gewichte in Dänemark kaum. Zwar konnte die konservative Partei von Premierminister Poul Schlüter beachtliche Gewinne verbuchen, dies jedoch in erster Linie auf Kosten von anderen bürgerlichen Parteien. Insgesamt hat das bürgerliche Lager ganze zwei Sitze hinzugewonnen.

Die Regierung Schlüter steht damit im Prinzip vor demselben Problem wie vorher: Sie muß ein Haushaltsgesetz durchs Parlament bringen, verfügt jedoch allein nicht über die dafür notwendige parlamentarische Basis.

Anfang Oktober hatte Schlüter den Regierungsentwurf für das neue Budget vorgestellt. Danach sollte das Defizit 1984 zum erstenmal seit 1979 geringer als im Vorjahr ausfallen. Für 1983 wurde damals eine Lücke von über 60 Milliarden Kronen (etwa ein Drittel der Ausgaben) veranschlagt. Deshalb enthielt der Budgetentwurf einen umfangreichen Katalog an Ausgabenkürzungen: beim Arbeitslosen- und beim Kindergeld, beim gemeinnützigen Wohnungsbau. Der Schwerpunkt der geplanten Budgetverbesserungen lag bei den Ausgabenkürzungen, nicht bei den Einnahmesteigerungen.

In den Verhandlungen hatten Schlüter und sein Finanzminister Henning Christophersen zahlreiche Kompromisse eingehen müssen. Der schließlich Anfang Dezember vorgelegte überarbeitete Haushalt hatte dann im Grunde nur noch wenig mit dem ursprünglichen Entwurf zu tun: Die geplante Beteiligung der Besserverdienenden an den Arzt- und Krankenhauskosten mußte fallengelassen werden, desgleichen die vorgesehene Anhebung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Die Streichungen beim gemeinnützigen Wohnungsbau wurden beibehalten, auch wurde in Gestalt einer neuen Getränkesteuer eine zusätzliche Einnahmequelle erschlossen, aber dafür entstanden erhebliche Einnahmeverluste durch Anhebung des Steuerfreibetrages, Steuervergünstigungen für Familien mit Kleinkindern sowie Verlängerung des Schwangerschaftsurlaubs.

Der Schwerpunkt der Budgetverbesserung hatte sich von der Ausgabenkürzung auf die Einnahmesteigerung verlagert und überdies staatliche Lasten einfach auf Private verschoben: Die bisher staatlich betriebene Berufsausbildung wird einem privaten Fond übertragen. Dieser wird durch Abgaben der Unternehmen sowie durch Beiträge der Arbeiter und Angestellten finanziert.

Ein Teil der Budgetverbesserungen besteht darüber hinaus nur aus einmaligen Zahlungsverbesserungen oder Umbuchungen innerhalb des staatlichen Sektors: Aktien der staatseigenen Kryolitselskab sollen verkauft werden; säumige Kommunen müssen in Zukunft Zinsen auf nicht rechtzeitig weitergeleitete Steuern bezahlen; ursprünglich der staatlichen Öl- und Erdgasgesellschaft DONG zugedachte Einnahmen werden zunächst in den Staatshaushalt fließen.