Die Karten müssen auf den Tisch. Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland steht auf dem Spiel. Jetzt geht es nur noch um die Wahrheit. Und die schlichte Wahrheit lautet: Der Mann, der sich auf dem Bildschirm als Verteidigungsminister Wörner ausgibt und sich wegen seiner Behandlung des Generals Kießling – des Doppelgänger-Aspekts wegen könnte man auch von den „Kießling-Zwillingen“ sprechen – verteidigen muß, ist nicht Wörner!

Das Wörner-Double, das unserem Wörner verblüffend ähnlich sieht und seine Gestik, seine Mimik sowie seinen schwäbischen Akzent so meisterhaft beherrscht, muß sofort entlarvt und unschädlich gemacht werden. Es weiß zuviel. Wir indessen wissen zwar nicht, wo sich der echte Wörner aufhält – er soll sich erst jüngst in zwielichtiger Gesellschaft in einem zweifelhaften Etablissement auf der Bonner Hardthöhe herumgetrieben haben. Wohl aber wissen wir, daß es sich hierbei nicht nur um eine Posse („Der Minister von Köpenick“) handelt, sondern um viel mehr: um ein Agentenstück von weltpolitischen Dimensionen!

Wenden wir uns zunächst der Frage zu, was zur Entlarvung „Wörners“ – sein wirklicher Name ist der Redaktion bekannt – beigetragen hat. Zweifel an der Identität des Mannes, der sich Manfred Wörner nennt, tauchten nicht erst auf, als er die Mechtersheimer Kontaktsperre für Bundeswehr-Offiziere verhängte – für einen CDU-Spitzenpolitiker ist der echte Wörner nämlich ziemlich intelligent. Verdacht schöpfte man schon vorher, als er freudig verkündete, das Amt des Verteidigungsministers mache ihm Spaß. Dazu hatte sich noch keiner seiner Vorgänger verstiegen. Der echte Wörner wäre auch nicht so unbedacht vorwitzig gewesen, noch zur Jahreswende zu versichern, er habe die Bundeswehr aus den Schlagzeilen gebracht.

Verraten hat sich Wörners Doppelgänger durch seine tapsige, leichtfertige Art, wie er, ohne jedes Fingerspitzengefühl, den General Kießling aus dem Amt jagte und ihn ohne triftigen Beweis den Medienwölfen zum Fraß vorwarf. Dem echten Wörner, der was von Menschenwürde hält, wäre das nicht passiert, der hätte auch genug Anstand besessen, nach einer solchen Blamage seinen Hut zu nehmen. Den falschen Wörner erkennt man an seinen Ausreden.

Was oder wer steckt aber hinter der ganzen Affäre? Wem nützt sie? Wer hat ein Interesse daran, unsere Bundeswehr zu destabilisieren, das Vertrauen der Verbündeten zu untergraben? Na, wer wohl! Moskau natürlich. Der KGB! Wenn man aber am Montagabend bei uns plötzlich Alec Guinness alias Smiley auftauchen sah, dann war das keine Augentäuschung. Smileys Leute sind an der Arbeit und haben den Maulwurf auch schon enttarnt. Hinter alldem steht kein geringerer als Smileys großer sowjetischer Gegenspieler persönlich. Wörner ist Karla!