Die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist 1983 gestiegen. Erstmals seit zwei Jahren erhöhte sich das Bruttosozialprodukt auch preisbereinigt. 1981 war es um 0,3 Prozent gesunken, 1982 um 1,1 Prozent. Im vergangenen Jahr hingegen konnte die Produktion von Gütern und Dienstleistungen um 1,2 Prozent gesteigert werden. Die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft nahm zu, obwohl die Zahl der Arbeitsplätze schrumpfte. 1983 gab es weniger Erwerbstätige als im Jahr zuvor; insgesamt waren 25,12 Millionen Männer und Frauen beschäftigt. Ein Erwerbstätiger leistete im vergangenen Jahr insgesamt 2,5 Prozent mehr als 1982.

Der Lebensstandard der Arbeitnehmer ist 1983 gesunken. Sie konnten im vergangenen Jahr nur 2,2 Prozent mehr Einkommen auf ihren Konten verbuchen als 1982. Der Zuwachs deckte nicht einmal den Anstieg der Lebenshaltungskosten um drei Prozent. Preisbereinigt sank das Einkommen deshalb um knapp ein Prozent. Hingegen erhöhten sich die Einkünfte aus Unternehmertätigkeit um 11,9 Prozent; 1982 betrug der Anstieg 6,2 Prozent. Während die Arbeitnehmer in den Jahren 1980 und 1981 ihren Anteil am Volkseinkommen steigern konnten, nahm er im vergangenen Jahr ab.

Die Reserven der Rentenkasse sind leicht gestiegen. Statt der bisher angenommenen 13,9 Milliarden Mark erhöhten sie sich Ende des Jahres auf 15 Milliarden. Damit liegen die Reserven bei 1,4 bis 1,5 Monatsausgaben der Kasse. Staatssekretär Heinrich Franke vom Arbeitsministerium teilte mit, daß man bis 1987 mit zusätzlichen vier Milliarden Mark in der Rentenkasse rechnen könne. Das ist mehr, als bisher erwartet.

In den deutschen Einkaufszonen ist schon jetzt die Zeit der Sonderangebote angebrochen. Der Winterschlußverkauf beginnt zwar erst am 30. Januar, doch reduzieren viele Geschäfte bereits heute ihre Warenpreise um bis zu 50 Prozent. Die Vorverlegung von Schlußverkäufen ist zwar offiziell verboten, doch hat in der Grauzone zwischen Sonderangeboten und Schlußverkauf der große Preisverfall bereits angefangen.

Der deutsche Wein erfreut sich beim Bundesbürger wachsender Beliebtheit. Jeder Deutsche trank im Durchschnitt im vergangenen Jahr zwölf Liter Wein aus dem eigenen Land – 2,4 Liter mehr als 1982. Der Weinkonsum wurde durch günstige Preise angeregt, denn nach zwei Rekordernten mußten die Winzer ihre Ware billig verkaufen. pel