Parteien und Bürger protestieren gegen den Bau einer„Stadtkampf-Trainingsanlage“

Augustdorf

Jetzt hilft nur öffentlicher Widerstand!“ steht großgeschrieben auf dem Flugblatt „Augustdorfer Bürger wehrt Euch mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln!“ Der Aufruf stammt nicht, wie man vermuten könnte, von einer Bürgerinitiative, die sich mit aller Gewalt Gehör verschaffen will – er stammt von der FDP, Ortsverband Augustdorf.

Ähnlich ungewohnte Töne bei den Sozialdemokraten: „Die SPD-Fraktion im Rat der Gemeinde wird gemeinsam mit der Bevölkerung dem angekündigten Vorhaben aktiven Widerstand entgegensetzen“, heißt es in einer Resolution.

Und im Schaukasten der CDU neben dem Rathaus ist der Hochglanzprospekt aus der Bonner Parteizentrale mit einem handgeschriebenen Appell überklebt: „Augustdorfer Bürger gegen unzumutbare Lärmbelästigung, gegen eine englische Stadtkampf-Übungsanlage!“

In der 8000-Seelen-Gemeinde Augustdorf, am Rand des Teutoburger Waldes zwischen Bielefeld und Paderborn gelegen, herrscht eine Allparteien-Koalition der Wut das ganze Dorf ist eine einzige Bürgerinitiative. Ziel des Volkszorns ist die Britische Rheinarmee, die auf dem südlich an Augustdorf grenzenden Truppenübungsplatz Sennelager eine „Stadtkampf-Übungsanlage“ errichten möchte: eine „typische Dorfanlage“, so die British Forces Germany, „wie sie in Niedersachsen anzutreffen ist“, also in Gebieten an der Grenze zur DDR.

Mit Kriegerdenkmal