Manche wollen im Winterurlaub hoch hinaus. Nicht jeder jedoch fühlt sich in luftiger Bergeshöh so wohl wie erhofft.

Man darf diese Art von Urlaub halt nicht von der bequemen Seite sehen...", meinte der Bergführer ungerührt zu der Skifahrerin, die lautlos auf der Hüttenbank saß und unter Kopfschmerzen und Übelkeit litt – typische Anzeichen einer ungenügenden Anpassung an die Höhe von über 3000 Metern.

Der internationale Tourismus hat die Hochregionen der Alpen und vieler anderer Gebirgszüge, die früher – im Sommer- wie im Winter – nur von durchtrainierten Abenteurern erreicht wurden, für jedermann erschlossen. Die schnelle Möglichkeit des Aufstiegs durch Bergbahnen und sogar durch Hubschrauber läßt leicht vergessen, daß unser Körper eine Zeit der Anpassung braucht. Ohne entsprechende Vorsichtsmaßnahmen drohen Höhenbeschwerden oder unter Umständen lebensgefährliche Formen der Bergkrankheit.

Der menschliche Körper ist durchaus darauf eingerichtet, in Höhen bis zu vier-, bis zu fünftausend Metern zu leben, wenn er Zeit zur "Akklimatisierung" hat. Weder Alter noch eine gerade erst überstandene Krankheit brauchen ein Grund zu sein, auf Bergerlebnisse zu verzichten. Andererseits müssen in den Alpen jährlich Dutzende scheinbar Gesunder wegen eines lebensgefährlichen "Höhenödems" mit Hubschraubern geborgen Werden, weil sie sich keine Zeit für die Höhenanpassung gelassen haben.

Der Arzt sollte natürlich vor jedem größeren Urlaub gefragt werden. Er wird Patienten mit Rhythmusstörungen oder Neigung zu Angina pectoris (mangelhafte Sauerstoffversorgung des Herzens) über das Risiko bei Wanderungen im Hochgebirge aufklärer. Ein langsamer Aufstieg ist immer noch die beste Vorbeugung gegen alle Erscheinungen der Höhenkrankheit. Bei einem Aufenthalt in einer Höhe um 2000 Meter müssen sich nur Ältere oder Kranke die ersten Tage etwas zurückhalten. Bereits ab 2000 Meter jedoch sollte man täglich nicht weiter als 300 oder 400 Meter steigen. Ab 3000 Meter Höhe sind dann aber auch für Gesunde unbedingt einige Anpassungstage erforderlich, die ruhig und ohne Anstrengungen verbracht werden sollten.

Jeweils 80 Meter Höhenunterschied verringern den Luftdruck um ein Prozent, die Luft wird "dünner". Atmung und Kreislauf beschleunigen sich, um die Gewebe weiterhin mit Sauerstoff zu versorgen.

Wenn bei Höhenwanderungen die erste Viertelstunde extrem langsam gegangen und das Tempo sehr langsam gesteigert wird, können gesundheitliche Probleme und auch die frühzeitige Erschöpfung verhindert werden.