Der Weg an die Spitze der Robert Bosch GmbH in Stuttgart ist für Marcus Bierich, 57, den bisherigen Finanzchef der Allianz-Versicherungsgruppe, nun frei. Der Allianz-Aufsichtsrat hat seiner vorzeitigen Entlassung aus dem Vertrag zugestimmt. Bierich kann also am 12. Juli die Nachfolge des Bosch-Patriarchen Hans L. Merkle antreten, der den Vorsitz des Aufsichtsrats übernimmt.

Überrascht hat die Entscheidung über den Mann, der Bierichs Posten bei der Allianz übernimmt. Vorstandsvorsitzender Wolfgang Schieren heuerte als künftigen obersten Vermögensverwalter des größten deutschen Assekuranz-Konzerns den 45jährigen Friedrich Schiefer an, der bisher zur Führungsmannschaft der amerikanischen Unternehmensberatungsmannschaft McKinsey gehörte. Schiefer hatte Aufsehen erregt, als er Mitte 1981 Vorsitzender des Vorstands der VW-Tochter Triumph-Adler AG in Nürnberg werden sollte, der er damals gerade als Berater ein inzwischen längst wieder aufgegebenes Unternenmens-Konzept verpaßt hatte. Aus dem Wechsel wurde nichts, weil Schiefer angeblich auch einen Sitz im Vorstand der Muttergesellschaft Volkswagenwerk AG angestrebt hatte.

Der hessische Kultusminister hat es in der Hand, ob die Wirtschaftswoche bald einen Herausgeber bekommt. Denn der Minister muß noch eine Entscheidung der Frankfurter Universität genehmigen, die ihren Professor Wolfram Engels drei Jahre für den Job beim Düsseldorfer Wirtschaftsmagazin freigestellt hat. Engels, der „mal was anderes machen will“, schreibt bisher noch Kolumnen für die Konkurrenz, nämlich für Capital. Auf das Schreiben und Beraten der Redaktion will er sich auch bei der Wirtschaftswoche beschränken. Das Blatt könne er ohnehin nicht machen, dazu fehle es ihm an journalistischer Erfahrung, meint Engels.

Genau die wird aber die Wirtschaftswoche gebrauchen, weil der Chefredakteur Karlheinz Vater ausscheiden wird. In die Verhandlungen mit Engels war Vater, der seit vergangener Woche krankgemeldet ist, nicht eingeweiht. Das Tagesgeschäft besorgen seit einiger Zeit schon seine Stellvertreter. Dem Magazin ist die Führung am langen Zügel nicht schlecht bekommen: Die Auflage ist gestiegen, das Anzeigengescnäft gewachsen.

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Zum ersten Mal in seiner Geschichte hat das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) den Wettbewerb um den Zuschauer gewonnen. Nach Angaben von Walter Konrad, Programmplanungs-Chef des ZDF, erreichten die Mainzer 1983 einen statistischen Gunstbeweis von (durchschnittlich) 81 Minuten am Tag. Die Zuneigung zu ARD-Programmen fiel um zwei Minuten kleiner aus.

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