ZEIT: Vor einigen Tagen hat die Bundesregierung ihre Antwort auf die Große Anfrage der SPD-Fraktion zur Frauenarbeitslosigkeit vorgelegt. Gibt es darin neue Erkenntnisse?

Däubler-Gmelin: Kaum. Und wir sind mit dieser Antwort auch nur sehr bedingt zufrieden. Die Antwort auf eine Fülle unserer Fragen ist unvollständig, auf tatsächlich drängende Fragen wurde ebensowenig eingegangen wie auf zukünftige. Da gab es nichts Konkretes.

ZEIT: Woran denken Sie?

Däubler-Gmelin: Vor allem an die Fragen, die im Zusammenhang mit dem technischen Wandel stehen. Frauenarbeitsplätze werden davon besonders betroffen. Schon heute arbeiten Frauen meist in weniger qualifizierten Berufen, sie sind in der Hierarchie der Arbeitswelt meistens unten angesiedelt und vielfach mit immer wiederkehrenden und monotonen Hilfstätigkeiten beschäftigt. Diese Arbeitsplätze sind als Folge technischen Wandels in erster Linie bedroht.

ZEIT: Gibt es dazu Zahlen?

Däubler-Gmelin: In einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung heißt es, daß 400 000 Arbeitsplätze der unteren Lohngruppen durch den Einsatz von Industrierobotern bedroht sind. Das wird insbesondere Frauen treffen. Leider ist die Regierung in ihrer Antwort auf diese Untersuchung nicht konkret eingegangen. Das gleiche gilt übrigens für das große Problem der stillen Reserven.

ZEIT: Was ist damit gemeint?