Journalismus ist je parteiferner desto besser.

Aphorismus von Felix Schmidt, der Chefredakteur der „Hamburger Morgenpost“ werden soll, laut taz vom 23. Januar

Aaaeeeooo

Der Mann, der diesen Schrei weltberühmt machte, hieß Johnny Weissmüller, und einstmals war er der schnellste Schwimmer, der Mann mit fünf Goldmedaillen und 67 Weltrekorden. Aber all das verblaßt vor der Tatsache, daß er Tarzan war, der gute Mensch aus dem Urwald, der sich in 19 Filmen von Ast zu Ast schwang, ein fröhliches, sprachloses Riesenbaby, in dem Stärke des Körpers und Reinheit des Herzens sich fraglos vereinigten. Nach dem Krieg kam Tarzan, zusammen mit den Dollars, den Kreppsohlen und dem Kaugummi über den großen Teich zu uns in die Kinos, Trost für gebrannte Kinder. Jetzt ist Weissmüller im Alter von 79 Jahren gestorben.

Kleines rotes Buch

Einst schwenkten es Millionen Chinesen, das berühmte kleine rote Buch, „Worte des Vorsitzenden“. Dann wurde es in Peking verboten. Nun hat man, allerdings in Düsseldorf, ein anderes kleines rotes Buch verboten – oder zurückgezogen: das „song-buch 2“ der Bundesstelle der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG), „In diesem Liederbuch wird kommunistische Ideologie nicht klammheimlich, unterwandernd also, nahegebracht, sondern ungetarnt“ und ganz offen.“ Als Beispiel für diese törichte Anklage diente, ausgerechnet, ein Lied der DDR-Dissidentin Bettina Wegner, in dem es heißt: „Wenn ich mich bespitzelt sehe, / überall und nirgendwo, / ganz egal, wohin ich gehe, / Traurig bin ich sowieso. / / Wenn ein Freund in Westen abhaut, / jemand lächelt schadenfroh, / und kein Mensch dem andren traut, / Traurig bin ich sowieso.“ Die „Lieder der Friedens- und der Arbeiterbewegung können doch nicht tabu sein für junge Katholiken“, sagte der Vertreter der KJG-Bundesleitung betroffen. Kann doch.

Hans M. Wingler