Vertreter für Menschenrechte

Die Bundesregierung hat den früheren Justizminister Richard Jaeger, einst Verfechter der Todesstrafe und von Herbert Wehner zum „Kopf-ab-Jaeger“ gemacht, als Vertreter der Bundesrepublik in die Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen benannt. Anfrage des Abgeordneten Hirsch: „Wie hat die Bundesregierung sichergestellt, daß sich ihr Vertreter in dieser Kommission für die weltweite Abschaffung der Todesstrafe einsetzen wird?“

Bürokratie statt Hilfe

Als Wirbelstürme 1981 große Verwüstungen auf der afrikanischen Insel Mauritius anrichteten, versprach die EG 2000 Tonnen Lebensmittel als „Soforthilfe“. Europa hielt sein Versprechen – mit 15 Monaten Verzögerung. Der Europäische Rechnungshof bescheinigte den Brüsseler Bürokraten jetzt grobe Fehler bei Hilfsleistungen an die Dritte Welt, vor allem schlimme Verzögerungen, Tunesien und Marokko, wo die Lebensmittelpreise inzwischen Politikum geworden sind, machten besonders schlechte Erfahrungen mit den Europäern: Tunesien mußte immer wieder monatelang auf die Erfüllung als „dringlich“ bezeichneter Gesuche um Getreide und Milchpulver warten; Vitaminzusätze für Milchpulver, ohne die keine für Kleinkinder genießbare Milch aufzuschütten ist, verdarben in großer Menge in einem Lager im Hafen von Casablanca. In Brüssel erklären Beamte viele Pannen vor allem mit den Verwaltungsvorschriften: Vor dem Ankauf von Nahrungsmitteln sind Ausschreibungen in allen zehn Mitgliedsländern vorgeschrieben.

Raub statt Adoption

Mit fünfmal 25 Jahren Gefängnis quittierte die peruanische Justiz die Aktivität einer Bande von Kinderhändlern, die rund 300 kleine Peruaner an Adoptiveltern in Westeuropa vermittelt hat. Die Familie Alcoser betrieb ein Waisenhaus am Rande eines Elendsquartiers in Lima, das auch vielen Kindern alleinstehender arbeitender Mütter als zeitweiliges Heim dienen sollte. Wollten die Mütter ihre Kinder nach einiger Zeit zurückholen, erzählten die Alcosers ihnen, die Kinder seien wegen einer schweren Krankheit zur Behandlung ins Ausland geschickt worden – die gutgläubigen, armen Mütter akzeptierten das. In Wirklichkeit fertigte das wichtigste Bandenmitglied, ein Jugendrichter, falsche Adoptionsunterlagen für die Kinder an, die für umgerechnet 8000 Mark an ausländische Interessenten verkauft wurden – direkt an potentielle Adoptiveltern oder erst einmal an „Zwischenhändler“, die für die Ausreise der Kinder sorgten: nach Frankreich, nach Holland und in die Bundesrepublik.

Plastik statt Jute

Guter Wille von Umweltschützern und Freunden der Dritten Welt ändert nichts daran, daß Kunststoffprodukte billiger sind als Juteprodukte – mit der Folge, daß die Produktion von Jute und verwandten Fasern zurückgeht; der weltweite Export ist im letzten Jahrzehnt über ein Drittel zurückgegangen. Gleichzeitig sank der Preis. Jetzt ist ein Internationales Jute-Abkommen in Kraft getreten: Mit Geld aus dem gemeisamen Rohstoff-Fonds der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung soll der Anbau und die Verarbeitung der Faser modernisiert und Werbekampagnen in den Industrieländern aufgezogen werden.