The Secretary to Sherlock Holmes“ ziert den Briefkopf, und dann folgt der Text: „Es tut Mr. Holmes leid, daß er Ihren Text nicht selber beantworten kann. Er hat sich zurückgezogen und genießt die Ruhe von Sussex...“ Rund 1000 Briefe verlassen jährlich das Sekretariat von Holmes in der Baker Street 221 b. Antwort auf die vielen Zuschriften, die Sherlock Holmes auch heute noch aus aller Welt, auch aus Deutschland, erhält. Denn als Sir Arthur Conan Doyle (1859-1930) dem Meisterdetektiv Holmes zu literarischem Ruhm verhalf, war er vorsichtig genug, der Spürnase eine Adresse zu geben, die es im damaligen London noch nicht gab, die Nummer Baker Street 221 b. Aber bereits in den 20er Jahren wurde die Baker Street verlängert, und es gab dann tatsächlich die Nummer 221 b, in der heute die Firma Abbey National sitzt, die dann auch Holmes’ fiktives Büro etablierte.

Alle Post an Sherlock Holmes, dessen meisten Leser in den USA leben, ist gesammelt, und irgendwann sollen die Briefe veröffentlicht werden. Spezielle Fragen an den Detektiv und Bitten um Auflösung eines kniffligen Kriminalfalles werden beantwortet, sofern sie in „The Encyclopaedia Sherlockiana“ vorkommen. Das Werk ist eine amerikanische Ausgabe und gibt Beispiele zur Lösung von Kriminalfällen. Als in den letzten Wochen des vergangenen Jahres das Haus in der Baker Street 221 b renoviert wurde, preßte man in die ausgewechselten Giebelsteine die Zahl 221 b und verkaufte die Steine. Bisher sind mehr als 3000 zum Preis von zwei Pfund an die Freunde des Meisterdetektivs verkauft worden. Einen Haken hat die Sache: Die Steine werden nicht per Post zugestellt. Man muß sie sich persönlich in der Baker Street abholen.

Siggi Weidemann