Das Schnalstal, Meran 2000 und die Plose suchen Wege aus ihrer Ski-Krise

Von Isolde von Mersi

Mitunter brennt die Sonne über Südtirols Skibergen kräftiger, als es Pisten und Pulverschnee zuträglich ist. Braune Berge, apere Hänge allenthalben, und dies wochen–, ja monatelang – so manchem wohlsituierten Skidorf hat der akute Schneemangel in den letzten Jahren schwer zu schaffen gemacht.

In einigen weniger etablierten, weil noch nicht oder nicht mehr so gut besuchten Gemeinden der Provinz Bozen hat die stetig sengende Sonne die letzten Reserven aus Seilbahn- oder Hotelkassen geschmolzen. Meran ist so ein Beispiel, auch Brisen. Doch beiden Orten hat nicht allein die Witterung schlimm mitgespielt. Die Personalkosten im Gastgewerbe etwa steigen überdurchschnittlich, jährlich um rund zwanzig Prozent. Die Hochzinspolitik der italienischen Regierung hat die Zinsen für Kredite auf 23 bis 25 Prozent gebracht.

Darunter hat beispielsweise das stark verschuldete Schnalstal besonders gelitten, dem dafür der anhaltende Sonnenschein wenig anzuhaben vermochte: Sein Skigelände ist ein Gletscher. Trotz mancher Gemeinsamkeit hat jedes dieser Gebiete, seine eigene, ganz besondere Wirtschaftskrise erlebt- und jedes sucht andere Wege aus der Baisse.

Am schwersten dürfte es wohl dem Schnalstal fallen, sein Pleite-Image zu korrigieren. Dabei sind die Schnalstaler Gletscherbahnen gar nicht bankrott, sondern fahren ohne Verlust.

Krisen-Geschichten aus Skiregionen sind selten so sensationell, daß sie jahrelang Schlagzeilen machen. Warum also geisterte gerade das Schnalstal so hartnäckig durch die Gazetten? Es gibt einen einfachen Grund dafür: Der Name Schnalstal ist untrennbar verbunden mit dem Namen Leo Gurschler, dem Namen des Mannes, der das verwunschene Tal binnen weniger Jahre aus bitterer Armut und Abgeschiedenheit herausgeführt hat.