"Fantasy Rollenspiele" spielt man nicht plötzlich und zufällig, womöglich zwischendurch und einfach so. Man trifft sich regelmäßig mit den gleichen Leuten, um dem gemeinsamen Hobby zu frönen.

In den USA leben nach Auskunft des "Dungeons & Dragons" Herstellers "TSR" ("Toctical Rollenspieler. Ein typischer Fan investiert jährlich zwischen 200 und 500 Dollar in seine Leidenschaft. Und wenn der typische Fan nicht gerade beim Rollenspielen ist, liest er ein "endless quest"Hexenmeister vom flammenden Berg"), in welchen die Leser im "Multiple Choice" Verfahren durch eine "Fantasy" Handlung geführt werden. Von Berteismann kommen im Frühjahr die deutsche Übersetzung dieser ebenfalls von "TSR" vertriebenen Bücher unter dem Titel "Abenteuer ohne Ende" heraus. Den zunächst vier produzierten Titeln sollen im Herbst noch fünf weitere folgen mit einer Startauflage von je 30 000 Stück. Wenn der typisch amerikanische Fan weder Rollen spielt noch liest, dann sieht er sich wahrscheinlich die "Dungeons & Dragons" Zeichentrickserie im Fernsehen an, besucht eine Rollenspiel Großveranstaltung oder beschäftigt sich mit dem Bemalen von Monster Zinnfiguren. Oder er spielt ein Nicht Fantasy Rollenspiel. Seit einiger Zeit gibt es auch Regeln für Geheimagenten, Western, Chicago 1920- und Science fiction Rollenspiele. Eine Liste aller in den USA vertriebenen Zubehörartikel für Rollenspieler könnte man zweimal um den Erdball winden. Erwähnt sei noch die Rollenspielfachzeitschrift Dragon. Hier erfahren HO 000 Abnehmer monatlich die neuesten Trends und Ereignisse der "Fantasy" Szene. Eine solche Fachzeitschrift gibt es seit Februar 1984 auch in der Bundesrepublik Deutschland: Der Drache.

Über den gesellschaftlichen Nutzen der Rollenspiele läßt sich (noch) nichts Genaues sagen. Daß sie in den USA zu therapeutischen Zwecken verwendet werden, ist belegt. Ziel der Therapie wird aber bestimmt nicht die "Besserung" aggressiver Jugendlicher sein. Der Besitzer eines Spezialspielladens in Hamburg, Claus Vogt, stellt fest, daß der Stil der Monsterbeschreibungen im "Schwarzen Auge" "fast jugendgefährdend" sei. Ulrich Kiesow, Berater bei der Entwicklung des "Schwarzen Auges", schätzt den pädagogischen Wert seines Spiels auch nicht besonders hoch ein: "Das Ding soll den Leuten in erster Linie Spaß machen Die ASS Tochter FSV sieht keine Gefährdung durch Rollenspiele. Hans W. Tany, ASSVorstand und gleichzeitig Geschäftsführer der FSV: "Der pädagogische Wert des D&D Spiels ist sensationell. Teamgeist wird gefördert, Entscheidungsfähigkeit und Entschlußkraft der Spieler werden gestärkt. Moralisches Handeln wird großgeschrieben, da die Spieler immer in einer guten Mission unterwegs sind "

Wenn man die beiden Spielsysteme von ASSFSV und Schmidt SpieleDroemer Knaur vergleicht, stellt man fest, daß "Das Schwarze Auge" einfachere Regeln hat als "D&D". Der Neuling findet also einen etwas schnelleren und einfacheren Einstieg.

"D&D" ist etwas komplizierter zu lernen: Die Spielsessions sind da spannender, weil perfekter simuliert. Thomas Hassan, mit 20 Jahren schon ein alter "Fantasy" Rollenspielhase, erklärt: "D&D ist ein Auto, Das Schwarze Auge ein Mofa. Mofas sind einfacher zu fahren, klar, aber man kommt halt nicht weit "

Wenn die Zielgruppe der "Fantasy" Verkäufer die neuen Rollenspiele so aufnimmt, wie es die Ertragserwartungsberechnungen prophezeien, kann sich der Spielwarenhandel freuen.