Politik

Karl Marx muss warten

Hinter ihm hängt ein riesengroßes Ölbild des fünftürmigen Angkor Wat, Tempel, Ruinenstätte, Zentrum des bis ins 15. Jahrhundert ganz Indochina beherrschenden Königreichs der Khmer, Nationalheiligtum Kambodschas.

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Feuilleton

Drachen, D-Mark und Dämonen

ror euch stehen vierzehn Hobgoblins (Ko% holde), alle schwerbewaffnet. Als sie euch f Schwertern und stürmen auf Euch zu " "Die mach ich platt ", brüllt der Kämpferund rollt den zwanzigseitigen Würfel.

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DIE ZEIT

Im Osten: Konturen der Zukunft?

Tausende von Deutschen sind in den vergangenen Monaten von Ost nach West gewechselt. Die dogmatischen Mitglieder der SED-Führung drängen seit längerem darauf, daß die Sowjetunion dieser Entwicklung einen Riegel vorschiebt.

35-Stunden-Poker

Die Szene erinnert fatal an einen jener billigen Abenteuerfilme, in denen das vom Schicksal füreinander bestimmte unschuldige Paar inmitten eines reißenden Stroms auf den Abgrund zutreibt – und natürlich in letzter Minute gerettet wird.

Neuer Elan

Nun hat das wiedererwachte Selbstbewußtsein der westdeutschen Industrie auch ein Symbol: die Leistungsschau in Japan. Als erstes Land hat die Bundesrepublik es gewagt, sich mit einer nationalen Messe in Tokio zu präsentieren – allein dieser Mut verdient schon Lob.

Bockbeinig

Der Abrüstungskonferenz in Genf hat der amerikanische Vizepräsident Bush den Entwurf eines Vertrages vorgelegt, der alle chemischen Waffen verbieten soll.

Staatsterror

Man könnte dem Obersten Ghaddafi seine eigenen Worte aus einem Interview mit Oriana Fallaci entgegenhalten: "Botschaften kann keine diplomatische Immunität zugestanden werden, wenn sie so etwas machen.

Worte der Woche

"In den zwei Jahrhunderten ihrer eindrucksvollen Geschichte haben die Vereinigten Staaten noch nie eine Regierungsmannschaft gehabt, die mit so viel Macht so unverantwortlich und so fahrlässig umgegangen wäre wie diese Reagan-Mannschaft.

Zeitspiegel

Henry Bellingham, konservativer Abgeordneter im britischen Unterhaus, erregte Unwillen bei seinen Wählern in Norfolk Bürgern, die ihn während seiner regelmäßigen Sprechstunden um Rat gebeten hatten, schickte er anschließend Tombola-Lose mit der schriftlichen Aufforderung, die Lose zu verkaufen und ihm den Erlös als Unkostenbeitrag für seine Wahlkreispflege zu überlassen.

Kein Umweg über Utopia

Nach anderthalb Oppositionsjahren: Die SPD hat sich wieder gefangen und sucht nach pragmatischen Antworten

Die "Sonderaktion" zieht Kreise

Stoppt die DDR die Ausreisewelle? Die Bonner Fachleute glauben nicht daran. Kanzleramtsminister Philipp Jenninger ist falsch verstanden worden, als er kürzlich mit der Prophezeiung zitiert wurde, die Aktion werde wohl Mitte Mai abgeschlossen sein.

Eine Stadt kämpft ums Überleben

Von hoher Warte betrachtet erscheint die englische Hafenstadt Liverpool als eines jener Relikte der ersten industriellen Revolution, die den Übergang ins Zeitalter der Computer nicht geschafft haben.

Ein Verlust für Europa

Wenn ausländische Botschafter das Recht hätten, den amerikanischen Außenminister zu wählen, würden sie sich sicherlich nicht für George Shultz, sondern für Larry Eagleburger entscheiden.

Nicaragua: Atempause für die Sandinisten

Zwischen 8000 und 10 000 Contras sind vom nördlichen Nachbarland Honduras bis in den Mittelteil Nicaraguas vorgedrungen. Es war die erste Operation dieser Stärke und einer neuen Taktik: Kampfgruppen sickern so lange wie möglich unentdeckt ein, um gleichzeitig an verschiedenen Stellen loszuschlagen.

China: Keine Trumpfkarte

Als Peking und Washington Anfang der siebziger Jahre mit ihrer Pingpong-Diplomatie begannen, hielt die Welt den Atem an. Nach zwei Jahrzehnten erbitterter Feindschaft schien die Annäherung zwischen dem mächtigsten und dem bevölkerungreichsten Staat der Erde das weltpolitische Koordinatensystem von Grund auf zu verschieben.

BONNER BÜHNE: Heilige Ruhe über Ostern

Was immer man sonst von der neuen Bonner Regierung halten mag, einen Vorzug hat sie gewiß: mehr Lebensqualität. Während die Sozialdemokraten weiland auch jede kalendarische Pause arbeitswütig nutzten, weiß sie den Feiertag zu heiligen.

NAMEN UND NACHRICHTEN

Die angolanischen Unita-Rebellen töteten durch einen Sprengstoffanschlag in Huambo über hundert Menschen. Zwei sowjetische und 37 kubanische Offiziere seien unter den Toten, teilte die rechte Freischärler-Organisation mit.

Demonstrationsrecht: An den Frieden gewöhnt

Selten hat die Vorhersage gewalttätiger Demonstrationen so sehr die offiziellen Regierungsverlautbarungen, die Medien und auch das öffentliche Bewußtsein bestimmt wie im letzten Jahr.

Wolfgang Ebert: Das Stoltenberg-Geschenk

Ein früher Weggefährte – Kindergarten, Schulweg – Stoltenbergs, von uns diskreterweise K. genannt, berichtete uns einiges aus der Frühzeit des Finanzministers, woraus sich gewisse Schlüsse auf seine gegenwärtigen Aktivitäten ziehen lassen.

Badische Zeitung: Ein Ultimatum

Unabhängig – das sagt sich leicht." Das schrieb Ansgar Fürst, Chefredakteur der Badischen Zeitung in Freiburg, in einer Selbstdarstellung des Blattes.

Meditationszentrum: Unheimlich störend

Der im amerikanischen Oregon residierende Bhagwan Shree Rajneesh hat nun auch in der Ruhrgebietsmetropole eine Filiale. Eine Abgesandte aus Oregon erzählt bei der Einweihungsfeier im Meditationsraum, daß Bhagwan sich ausgiebig mit seiner Vertrauten Ma Anand Sheela über die Essener Neugründung unterhalten habe.

Reihenuntersuchung: Alle Jahre wieder

Der Initiative "Lehrer gegen Röntgen" brachten die ersten Monate des Orwell-Jahres zwei Niederlagen im Kampf gegen den Benördenapparat: Ihr 35jähriger Vorsitzender, der Realschullehrer Josef Thaler, muß eine Disziplinarstrafe von 300 Mark zahlen, und das Bundesverfassungsgericht lehnte seine Beschwerde gegen die vom Bundesseuchengesetz vorgeschriebenen jährlichen Schirmbilduntersuchungen der Lehrer als unzulässig ab.

Verdrängung: Wohin mit ihm?

Am 11. September 1806 hatte für den Bibliothekar am Hof des Landgrafen von Hessen-Homburg die Stunde geschlagen. "Der arme Hölderlin ist heute morgen abtransportiert worden.

Festredner: Worte auf Wunsch

Eitelkeit? Der Drang, sich mit fremden Federn zu schmücken? Über die Beweggründe seiner Auftraggeber hat sich Hans Krause kaum den Kopf zerbrochen.

Amerikanische Politik 1914-1939: F. D. Roosevelt falsch interpretiert

Bavendamm untersucht die amerikanische Rolle in der Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges. Seine zentrale These, nicht besonders originell, wird in den USA seit langem vertreten, freilich kontrovers diskutiert: FDR, Franklin Delano Roosevelt, 1933 bis 1945 Präsident der Vereinigten Staaten, habe planmäßig auf die Einkreisung Deutschlands und den Krieg hingearbeitet.

Seid umschlungen, Millionen

Wenn in der Schweiz von Gnomen die Rede ist, denktniemand an Kobolde, Zwerge oder Erdgeister, sondern an ganz soignierte, unauffällige Herren.

Weichmanns Vermächtnis: Abi-Präsent

Das demokratische Vermächtnis Herbert Weichmanns soll den rund 214 800 Abiturienten dieses Jahres Orientierungshilfe auf dem Weg in den "Ernst des Lebens" sein.

Lohn der Angst

Die amerikanische Autoindustrie profitiert von den Importbeschränkungen gegen die Japaner

Laufbursche für Strauß

Die deutschen Bauern können sich freuen, die Steuerzahler haben wieder einmal den kürzeren gezogen: Jährlich zwei Milliarden Mark zusätzlich, so verkündete es Landwirtschaftsminister Ignaz Kiechle seiner Klientel, werden aus dem Bonner Etat in die Kassen der Landmänner fließen.

Umweltschutz: Falsche Rechnung

Als Bundesinnenminister Zimmermann im vorigen Jahr bleifreies Benzin und verschärfte Abgaswerte für neue Autos zum 1. Januar 1986 ankündigte, versprach er, gleichzeitig dafür zu sorgen, daß es nicht vorher einen Boom beim Verkauf der alten – giftigeren – Autos geben werde.

Bonner Kulisse

Die streitbare Liberale Hildegard Hamm-Brücher hat zusammen mit achtzehn anderen Abgeordneten eine ganze Reihe von Vorschlägen zur Reform der parlamentarischen Arbeit gemacht, die, sollten sie realisiert werden, das Gewicht des Parlamentes gegenüber der Regierung verstärken.

Weltmeister in Freizeit

Nachdem auch der vorläufig letzte Versuch der Gewerkschaft und der Arbeitgeber der Metallindustrie gescheitert ist, ihre Meinungsverschiedenheiten über die zukünftige Gestaltung der Arbeitszeit am Verhandlungstisch auszutragen, bleibt nur die ansonsten kleinen Jungen vorbehaltene Form der Konfliktlösung: eine ordentliche Keilerei.

Ohne Rücksicht auf das Tabu

Verständigung ist nur mit Zeichensprache möglich. Die Baumwollpfropfen, die man am Halleneingang aus einer Art Automat zieht, machen Gespräche unmöglich.

Weniger arbeiten, mehr produzieren

Bis zuletzt hatte Kurt Golda gehofft, die Tarifpartner der Metallindustrie würden sich bei dem zweiten Spitzengespräch am Dienstag vergangener Woche doch noch auf einen vertretbaren Kompromiß einigen.

Rolf Stoedter

Die Behauptung hat mich lange gewurmt, ein Jurist könne nie ein ordentlicher Kaufmann werden – bis ich Rolf Stoedter (den juristischen Examens-Einser) kennenlernte.

Keine Gebührenerhöhungen

ZEIT: Trotz der Dementis aus Ihrem Haus bleiben die SPD-Bundestagsabgeordneten Peter Paterna und Karl Liedtke dabei, daß Ihr Minister Geheimpläne hat, die auf eine Gebührenerhöhung im gelben Postbereich hinauslaufen, und zwar ab 1985.

MANAGER UND MÄRKTE

Die Pappkameraden haben die Schlacht endgültig gewonnen. Jahrelang hatten sich die Hersteller von Karton-Wegwerfpackungen für Getränke gegen Versuche des Bonner Innenministeriums wehren müssen, die Verbraucher wieder zum Kauf von Milch in Pfandflaschen zu bewegen.

ZEITRAFFER

Der Rückgang der Insolvenzen setzt sich fort. Im Januar und Februar nahm die Zahl der Konkurse und Vergleiche mit 2758 gegenüber 1983 um 2,1 Prozent ab.

Warten kann weise sein

Ferdinand Anton Ernst Porsche wirkt erschöpft. Die letzten Monate haben den alten Herrn viel Kraft gekostet. Mit 74 Jahren mußte Porsche noch einmal Porsche retten; dem Familienunternehmen drohte der Ausverkauf.

Soziale Krankenkassen: Der Zug zum Feinen

Auf seinem Briefkopf macht sich manch einer gern ein bißchen größer, als er ist. Auch die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) in Bonn konnte der Versuchung einer vorteilhaften Präsentation nicht widerstehen.

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