Es gibt keine festen, es gibt nur fließende Beziehungen. Der Wunsch nach einer „festen“ Beziehung ist ein Widerspruch in sich.

*

Es ist nicht verwunderlich, daß radikale Denker, die alles bisher Gedachte, alle bisher gültigen Bindungen aufgelöst haben, am Ende von einer Sehnsucht nach Ruhe und Ordnung überfallen werden. Sie sehnen sich nach einer starken Organisation, wenn sie schwach werden. Dann schlägt ihr Anarchismus in Autoritarismus um, so bei Marc, der eine „Diktatur des Proletariats“ phantasierte, so bei Freud, der eine „Diktatur der Vernunft“ propagierte.

*

Was der Mensch sein „Schicksal“ nennt, ist meist nur eine Inszenierung, bei der ein vermeintlicher Hauptdarsteller Zuschauer ist, während er Autor und Regisseur dieses Stückes nicht kennt.

*

Die gefährlichsten Geisteskranken sind jene, denen es gelingt, ihren Wahnsinn in die Form der Konventionen, schließlich der Rechtschaffenheit zu kleiden. Das ist auch der Grund, warum in der Politik die Maske des Biedermannes so beliebt und erfolgreich ist – und nicht nur in der Politik.