Nur wer wirklich gut zu Fuß ist, wird es schaffen, das gesamte Angebot der rund dreißig Galerien in Köln zu besichtigen, die zum dritten Mal ihre "Premieren" vom 3. bis 9. Mai veranstalten. Drei Tage lang bieten sie eine Supereröffnung und schließen sich zu einem Kunstmarkt mit besonderer Note zusammmen. Das Kölner Heimspiel, neben dem nun exklusiv in der Domstadt stattfindenden internationalen Kunstmarkt, gerät offenbar in ein eher konservativ-seriöses Fahrwasser. Man zählt mehrere Retrospektiven, von Rudolf Jahns (Stolz) über Antes (Spiegel) bis zu Baselitz und Immendorff (Borgmann und Werner). Reckermann präsentiert "Surrealismus". Der Marktcharakter dieser eigentlich ganz originellen Veranstaltung, einer Mischung aus (Kunst-) Völkerwanderung und Großparty zum Wohle der Kunst und des Galerienprofits, läßt sich jedenfalls nicht leugnen. Immerhin bleibt dem gestreßten Kunstfreund, anders als in den Kölner Messehallen, bei diesem Markttypus wenigstens die Zeit zum Frischluft schnappen auf seinen Wegen durch die Kölner Innerstadt.

Hans-Peter Riese