Mit einer "wachsenden soliden Nachfrage nach Investitionsgütern aller Art" rechnet Gerd Koenig, der geschäftsführende Gesellschafter der Mietfinanz-GmbH für die nächste Zukunft. Kundenbefragungen des Mülheimer Unternehmens haben ergeben, daß die meisten Unternehmen und Branchen die Erholung der Konjunktur als dauerhaft ansehen und mit einer stetigen Aufwärtsentwicklung etwa in dem gegenwärtigen Tempo rechnen. Das Gros der Industrieunternehmen habe seine Geschäftserwartungen für 1984 seit der Jahreswende deutlich nach oben korrigiert.

Die Mietfinanz bekommt diesen Aufschwung in ihrem eigenen Geschäft schon deutlich zu spüren – nach einer Zunahme um zehn Prozent im vergangenen Jahr steigt das Neugeschäft weiter. Daß die Banken im Gegensatz zur Mietfinanz noch über ein schleppendes Geschäft bei der Investitionsfinanzierung klagen, wundert Koenig nicht. Sein Unternehmen werde zu einem sehr viel früheren Zeitpunkt in die Investitionsüberlegungen einbezogen als eine Bank. Zu der gehe man erst, wenn man sich mit dem Lieferanten geeinigt habe und Geld zur Bezahlung der Rechnung brauche.

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In der Audio- und Video-Branche wächst der Zorn auf die Piraten – parallel zum Umsatz, der mit illegalen Kopien von MusiCassetten und Videobändern getätigt wird. Allein der Wert geraubter Musikaufzeichnungen kam im vergangenen Jahr in der Bundesrepublik auf vierzig Millionen Mark. Mit Sorge sieht Peter Zombik, Geschäftsführer des Bundesverbands der Phonographischen Wirtschaft, daß in jüngster Zeit die Videopiraterie als krimineller Erwerbszweig der Musikpiraterie geschwind den Rang abläuft. Fast die Hälfte aller zum Verleih oder zum Verkauf angebotenen Videokassetten waren 1983 schon Raubkopien. Ihr Wert kam – gemessen an den Herstellerabgabepreisen legaler Ware – auf 450 Millionen Mark.

Zombik findet, daß nur eine schärfere Fassung des Urheberrechts den Piraten Einhalt gebieten kann. Denn zwar wurden seit 1981 bei über tausend Durchsuchungen mehr als 200 000 Raubkopien beschlagnahmt. Doch bestraft wurden die wenigsten Videopiraten. Gut zweihundert Täter mußten Geldbußen zahlen. Die höchste Strafe belief sich auf 12 000 Mark. Allein der Wert der durchschnittlich pro Durchsuchung sichergestellten Raubkassetten kam aber auf 30 000 Mark.

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