Ein Fluch, so scheint es fast, lastet auf dem Hause Kennedy. Im November 1963 wurde in Dallas Präsident John F. Kennedy erschossen; fünf Jahre später starb in San Francisco dessen Bruder, der Justizminister Robert Kennedy, unter den Kugeln eines Mörders. Der überlebende Bruder, Senator Edward Kennedy, sah seine Präsidentschaftsträume zerrinnen, nachdem er nahe Martha’s Vineyard nach einer wilden Party die Sekretärin Mary Kopechne bei einem Autounfall zu Tode gebracht hatte; die Panik, in die er in jener Unglücksnacht verfiel, wird ihm ewig nach-

Und jetzt starb, kurz vor der Vollendung seines 29. Lebensjahres, der Sohn des ermordeten Justizministers: David Kennedy. Er starb – vermutlich an einer Überdosis Drogen – in einem Hotelzimmer in Palm Beach, Florida, acht Kilometer von jenem Haus am Meer entfernt, in dem noch immer die 93 jährige Rose Kennedy lebt, die Matriarchin des Clans. Davids Tod beendete ein kurzes, geplagtes Leben, das überschattet war von Unfällen, Rauschgift, Krankheit.

Die Geschichte der Kennedys liefert viel von dem Stoff, aus dem die, Sagen sind. Ihre Höhen und ihre Tiefen, ihre Selbstüberwindung und ihre Selbstzerstörung, ihre Lieben und Leiden, ihre Scheidungen und ihre Liaisons – daneben verblassen "Dallas" und "Denver". Das Geld und die Macht der Kennedjs, ihre Erfolge und ihr Scheitern beschäftigen die Phantasie.

Ein Hauch von Tragik umwittert das Geschlecht. Er hebt die Kennedys heraus aus der Plattheit der bloßen Prominenz. Die Schatten des Schicksals geben der Familie historisches Relief. ts.