DIE ZEIT

Kein Freibrief

Die IG Metall hat bei den ersten Urabstimmungen im Konflikt um die 35-Stunden-Woche in Baden-Württemberg ein Traumergebnis erzielt: genug Stimmen, um vor den Arbeitgebern nicht wie ein geschlagener Haufen dazustehen; nicht genug Stimmen, um nun bedenkenlos in den Streik zu ziehen für eine Forderung, die nach wie vor eine große Mehrheit der Bevölkerung als unsinnig ablehnt.

Mafia-Tricks

Wenn der südafrikanische Premierminister Botha im Juni die Bundesrepublik besucht, dann wird er sich gegen die unausweichlichen Demonstrationen auch damit wehren, daß sein Land mit den schwarzen Nachbarn im Süden Afrikas eine neue Basis der Zusammenarbeit gefunden habe.

Vom Eklat zur Krise

Die Sowjets beteiligen sich nicht an den Olympischen Spielen in Los Angeles. Noch sind ihre Motive unklar...................

Auf dem Weg zur Bananenrepublik?

Noch nie hat es eine Bundesregierung vermocht, so einmütige und so massive Empörung zu wecken, wie dies der Koalition jetzt mit ihrer geplanten Amnestie für rechtswidrige Parteienfinanzierung gelungen ist.

Das Neue Irland-Forum: Geht der Krieg um Belfast weiter?

Niemand spricht gern von Krieg. Aber wie soll man es nennen, wenn in Nordirland drei Armeen jeden Tag bereit stehen, auf den Feind einzuschlagen: eine illegale republikanische (IRA), eine illegale unionistische (UVF) und die legale britische Armee? Das geht so seit fünfzehn Jahren und hat inzwischen fast zwei von tausend Bewohnern des Landes das Leben gekostet.

Zeitspiegel

An der Prager Karls-Universität regt sich Widerstand gegen die Stationierung sowjetischer Atomraketen in der Tschechoslowakei.

Türken-Urteil: Empörung und Strafrecht

Das "Ausländer raus"-Urteil des Bundesgerichtshofes ist nicht zu beanstanden. In der spontanen und scharfen öffentlichen Kritik an der Entscheidung über rechtsradikale Schmierereien stecken einige Mißverständnisse.

Nicht nur Kanzler-Partei?

In Stuttgart ist die CDU endlich auch wieder als Partei zu besichtigen. Nicht, daß sie sich seit ihrem Kölner Bundestreffen vor einem Jahr bequem in die Polster der zurückgewonnenen Regierungsmacht zurückgelehnt hätte.

Wallraff-Urteil: Meßlatten aus Karlsruhe

Günter Wallraff, selbsternannter "V -Mann der demokratischen Öffentlichkeit", hat Ort und Zeit seines Einschleich-Angriffs auf die Bild-Zeitung falsch gewählt.

Unbequemer Kraftmensch

Wenige Tage zuvor hatte Frankreichs sozialistische Gewerkschaft CFDT ihren festen Willen zur "Unabhängigkeit von der Regierung" bekräftigt.

Dohnanyis neue Senatoren

Klaus von Dohnanyi, Erster Bürgermeister von Hamburg, fackelte nicht lange. Als Finanzsenator König in der ersten Maiennacht mit seinem Dienstmercedes volltrunken gegen Leitplanken gedonnert war und sich in ein hilfloses Lügengewirr verheddert hatte, sein Rücktritt zwangsläufig war, sprang Dohnanyi in den Ring und zeigte seinen Kritikern, daß er ein Mann schneller Entschlüsse sein kann.

Unter den Libyern wächst der Zorn

Es ist eine Kaserne und eine imposante Festung zugleich: elektonisch gesichert und von hohen Mauern umgeben, an denen Überwachungskameras rotieren.

BONNER BUHNE: Amnestie und Ängste

Seit dem 3. Mai hat der Europa-Wahlkampf ein Thema: das deutsche Amnestie-Gesetz. Der Tag hat alle Aussicht, in die Geschichte des Parlaments einzugehen.

Gerangel in Beirut

Nur knapp hat der neue libanesische Ministerpräsident Raschid Karamé die erste Hürde bei seiner Kabinettsbildung überwunden: Gegen seinen Willen mußte er den mächtigen Schiiten-Führer Nabi Bern zum Staatsminister für den Südlibanon ernennen.

"Den streich’ ich raus!"

Jeder in der DDR weiß, daß Wahlen nichts ändern. Wer etwas erreichen will, nützt die Zeit vor der Wahl. Viele durften sie diesmal zur Ausreise nützen, Die Vorhersage, die DDR werde nur bis zu den Wahlen großzügig sein, scheint sich zu bestätigen; die Ausreisezahlen sind seit Anfang des Monats gesunken.

NAMEN UND NACHRICHTEN

Ein schwerbewaffneter Amokschütze richtete in der Nationalversammlung der kanadischen Provinz Quebec ein Blutbad an. Drei Menschen starben im Kugelhagel seiner Maschinenpistole; vierzehn Personen wurden verletzt.

Qual mit der Europa-Wahl

Handelt es sich wirklich um dasselbe Europa? Da gibt es den einen Befund. Wie selten zuvor beflügelt Europa die Phantasie der politisch Nachdenklichen, das Europa der Träume hat eine seltsame Faszination.

Arbeiterbewegung: Ein Außenseiter blickt zurück

Äußerlich schien es den deutschen Sozialdemokraten gut und immer besser zu gehen. Die regierende Rechtskoalition war heillos zerstritten, ihr endgültiger Zerfall nur noch eine Frage der Zeit.

Bewahren als revolutionäre Aufgabe: Konservatives – gestern und heute

Zitat: "Wie deutsche Ideologen melden, hat Deutschland in den letzten Jahren eine Umwälzung ohnegleichen durchgemacht. Der Verwesungsprozeß des Hegeischen Systems, der mit Strauß begann, hat sich zu einer Weltgärung entwickelt, in welche alle ‚Mächte der Vergangenheit‘ hineingerissen sind.

Europa - ein absurdes Theater?

Die Nachricht von der völkerrechtswidrigen Verminung der Häfen von Nicaragua, die der amerikanische Präsident angeordnet hat, zeigt von neuem, wie dringend nötig es ist, sich über eine engere Kooperation Europas zu verständigen: Nicht um Europa von Amerika abzukoppeln – "die Carters und Reagans kommen und gehen, aber die Vereinigten Staaten bleiben bestehen" –, sondern um den europäischen Einfluß auf Washington stärker zur Geltung zu bringen.

Ausnüchterung: Tod in der Zelle

Da hat sie den ganzen Abend gesessen", sagt Ingrid Prigge und deutet auf den Stuhl am Kopfende des Eßtisches. "Es war richtig gemütlich.

Frauenhochzeit: Ohne Kinder kein Segen

Der Doktor Martinus Luther hat gesagt "die Ehe ist ein weltlich Geschäft"; und der Ex-Mönch mit seiner angeheirateten Ex-Nonne soll wohl gewußt haben, wovon er sprach.

Sieg der Solidarität

Viele Metallarbeiter stimmten nur mit Skrupeln für den Streik zur Durchsetzung der 35-Stunden-Woche

Signal zur Attacke

Am letzten Sonntag, Schlag 17 Uhr, veranstalteten die Aussteller auf der Deutschen Leistungsschau in Tokio ein Konzert besonderer Art: In ein infernalisches Hupkonzert der deutschen Autoindustrie mischten sich das Klappern von Werkzeugmaschinen, die letzten Schreie der ausgestellten Kuckucksuhren und der Knall von Sektkorken.

Amdahl: Null-Bock auf den Job

Wenn ein erfolgreicher Manager mitten in einer expansiven Phase seines Unternehmens aus freien Stücken seinen Job aufgibt, muß es dafür gewichtige Gründe geben.

Börsen-Report: Gegen den Strom

Streiktage sind Kauftage, behaupten die Börsianer und können dabei auf einschlägige Erfahrungen verweisen. Ob es diesmal wieder so werden wird, hängt natürlich von der Dauer eines möglichen Arbeitskampfes, aber vor allem von seinem Ausgang ab.

MANAGER UND MÄRKTE

Mit der Ankündigung einer "Super-Dividende" von 24 Prozent sorgten die Bayerischen Motoren Werke (BMW) für Aufregung. Mitten in der heißen Phase der Auseinandersetzungen um die 35-Stunden-Woche hielten manche Unternehmer das Verhalten der Bayern für reichlich undiplomatisch.

Unternehmen stärken

Langmann: Das sehe ich nicht so. Natürlich ist nicht zu bestreiten, daß zwei Jahre für ein solches Amt eine relativ kurze Zeit sind, und man wird darüber nachdenken müssen, ob eine solche Periode der Aufgabe angemessen ist.

Ein Mann mogelt

Die Front steht", hatte Hans Günter Hoppe, stellvertretender Vorsitzender und Haushaltsexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Anfang April gejubelt, nachdem die Führer der Bonner Koalitionsparteien die Steuerreformpläne des Bundesfinanzministers Gerhard Stoltenberg zerlegt und zerzaust hatten.

Enthüllung im Herbst

Wenn vom Internal Revenue Service die Rede ist, sprechen viele Amerikaner in einem Ton, in dem in Transsylvanien von Vampiren geredet wird: Blutsauger! Die Liquidität, um die sie fürchten, ist allerdings nicht Blutrot, sondern hat die grünliche Färbung von Dollarscheinen.

Die schamlosen Geldwäscher von Bonn

Es ist schon einige Zeit her, doch immer noch von Belang: Im Juli 1976 wandte sich der langjährige CDU-Schatzmeister Walther Leisler-Kiep in einer großformatigen Zeitungsanzeige an die Leser von Bild.

Unternehmensführung: Alternative Verwirrungen

Das Wort hat Hochkonjunktur und das ist der Klarheit seines Inhalts nicht bekömmlich. Doch im Kern bedeutet "alternativ" immer noch, etwas ganz anders zu machen, das Gegenteil von dem, was gestern gang und gäbe war und auch heute noch weitgehend so ist.

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