Mit der Ankündigung einer "Super-Dividende" von 24 Prozent sorgten die Bayerischen Motoren Werke (BMW) für Aufregung. Mitten in der heißen Phase der Auseinandersetzungen um die 35-Stunden-Woche hielten manche Unternehmer das Verhalten der Bayern für reichlich undiplomatisch. BMW-Chef Eberhard von Kuenheim mußte von seinen Kollegen aus der Metallindustrie einige Schelte einstecken. Nur die Aktionäre überschütten ihn mit Lob. BMW setzte in diesem Jahr seine Dividende von 20 auf 22 Prozent herauf und gibt dazu noch einen zweiprozentigen Bonus. Der Ausschüttungsbetrag für Dividenden steigt damit von insgesamt 110 auf 144 Millionen Mark. Seit Jahren ist die bayrische Nobelfirma als ausschüttungsfreudig bekannt. Der Grund: Die Mehrheitsaktionäre, die Familie Quandt, stecken ständig in Geldnöten. Die Kleinaktionäre konnten davon bis jetzt immer profitieren: Sie sitzen mit den Quandts im gleichen Boot und freuen sich darüber, daß Quandt-Chefmanager Hans Graf von der Goltz – er ist auch BMW-Aufsichtsratsvorsitzender – etwas für sie herausholt.

Aber auch die Aktionäre des anderen deutschen Nobelauto-Herstellers, Daimler Benz, können sich nicht beklagen. Daimler strich zwar den Bonus von zwei Prozent aus dem Vorjahr, zahlt aber unverändert 21 Prozent Dividende. Es läßt sich eben nicht leugnen: Die Automobilbranche hat im vergangenen Jahr kräftig verdient.

In der Abschreibungsbranche bedient man sich oft ungewöhnlicher Methoden – so auch die Kerkerbachbahn AG, Mannheim, die jetzt neue Aktien im Wert von knapp fünf Millionen Mark an der Börse einführen will. Die Gesellschaft, die 1983 als Bauträgerunternehmen von einem Konsortium unter Führung von PM Portfolio Management in München an die Börse gebracht wurde, wird von PM nicht noch einmal unterstützt.

Wichtig dürfte dabei sein, daß die Kerkerbachbahn seit einiger Zeit in die Schußlinie öffentlicher Kritik geraten ist: Sie will sich unter weitgehender Aufgabe des Bauträgergeschäftes ins Ölgeschäft stürzen – über eine Beteiligung an der kanadischen General Allied Oil & Gas (GAZ). Heinz Gerlach vom trum in Oberursel, ist bei seinen Recherchen über die GAZ auf zahlreiche alte Bekannte der Abschreibungsbranche gestoßen, die nicht unbedingt Vertrauen einflößen.

Da nach dem Rückzug des bisher rigen Bankenkonsortiums kein Kreditinstitut mehr bereit ist, die neuen Aktien der Kerkerbachbahn an die Börse zu bringen, soll zu diesem Zweck die Hamburger Bank Martin Friedburg & Co. aktiviert werden, deren Geschäftsbetrieb seit längerer Zeit praktisch ruht. Es wird vermutet, daß die Hintermänner der Kerkerbachbahn die Bank erwerben wollen, um auf diese Weise Börsenprobleme zu lösen.

So einfach dürfte dies jedoch nicht sein. Wenn die Friedburg-Bank wieder aufleben soll, muß sie der Landeszentralbank Hamburg zunächst einmal zwei Geschäftsleiter präsentieren. Dies dürfte grundsätzlich nicht schwierig sein, denn sogenannte "Leihbankiers", die sich für eine solche Aufgabe zur Verfügung stellen, gibt es genug. Ob sie aber den LZB-Anforderungen entspreche werden, steht auf einem anderen Blatt..