Die Quartiere in den kenianischen Nationalparks bieten mittlerweile beträchtlichen Komfort. Jetzt will auch Tansania seine Lodges in den Tierreservaten wieder in Schoß bringen.

Nach Kenia reisten im vergangenen Jahr über 350 000 Touristen, viele gingen auf Photosafari in die Nationalparks. Früher waren auch die Parks in Tansania in den Programmen aller großen Fernreiseveranstalter. Inzwischen ist die Zahl der Anbieter allerdings beträchtlich gesunken. Tansanias wirtschaftliche Experimente haben nicht nur die Volkswirtschaft des Landes ruiniert, sondern auch den Tourismus. Dabei kann sich Tansania rühmen, den Star unter allen afrikanischen Wildparks sein eigen zu nennen: die Serengeti. Und dazu noch den Arusha-Nationalpark, den Lake Manyara-Nationalpark und den Ngorongoro-Krater.

Die Serengeti verdankt ihren weltweiten Ruhm sicher auch Bernhard Grzimek, aber nicht nur ihm. Der rund 14 000 Quadratkilometer große Nationalpark beherbergt die letzten großen Wildtierherden Afrikas. Zu bestimmten Jahreszeiten ziehen sie oft in kilometerlangen Kolonnen von einem Weideplatz zum anderen.

Die Lodges in der Serengeti und in den anderen tansanischen Parks verwahrlosten freilich in den letzten Jahren zusehends. Einige Safari-Pioniere ließen sich dennoch nicht abschrecken, aber weltweit sind es nur noch rund 8 000 Besucher, die sich pro Jahr in die tansanischen Parks trauen. Airtours brachte im letzten Jahr ganze drei Gruppen (mit 64 Bundesbürgern) nach Tansania. Einige versuchten, von Kenia aus in die Serengeti einzureisen. Doch die Situation an der Grenze ist täglich anders. Mal ist sie geschlossen, ein anderes Mal wieder nicht.

Nun aber hat in langwierigen Verhandlungen die Serena Lodges & Hotel-Gruppe (rund zwei Drittel des Unternehmens gehören kenianischen Organisationen, der Rest verteilt sich auf europäische Firmen, z. B. Lufthansa, British Airways und Ans) erreicht, daß sie die fünf schönsten tansanischen Lodges wieder herrichten kann: das "Lake Mangan Hotel", die "Lobo Lodge", die "Seronera Lodge", die "Ngorongoro Wildlife Lodge" und die "Serengeti Lodge". Rund 21 Millionen Dollar werden von der Hotelgruppe investiert, damit es nicht mehr durch die Dächer regnet, damit der Standard auf den der kenianischen Lodges angehoben wird. Der tansanische Tourismusminister hat offensichtlich eingesehen, daß die ausländischen Touristen für ihr gutes Geld auch anständige Leistungen erwarten – oder ausbleiben. Das Training der einheimischen Arbeitskräfte und der Aus- und Umbau der tansanischen Lodges beginnen im Dezember. In der nächsten Saison soll man die kenianische Entwicklungshilfe bereits spüren, in zwei Jahren soll alles "perfekt laufen".

Ferdinand Ranft