Ein Frühlingstag um das Jahr 442 vor Christi Geburt; es ist Morgen; die Zuschauer sind, von kleinen Laternen geleitet, bei Nacht ins Theater gekommen. Ein Chor alter Männer versammelt sich in der Orchestra und beschwört in einem Meditationslied, dem ersten Stasimon der sophokleischen Antigone, jenes Doppel-Wesen Mensch, das sich durch die Ambivalenz von Macht und Elend, von meisterlicher Beherrschung der Technik und bescheidener Moral, von der Fähigkeit, die Natur zu unterjochen und der Unfähigkeit, sich selbst zu beherrschen und der gesetzten Grenzen innezuwerden, charakterisiert sieht.

Ungeheuer: viel.

Aber ungeheurer als der Mensch: nichts.

Über das graue Meer

zieht er

im heftigen Südsturm geraden Wegs

durch die ringsum tosenden Wogen.