Reporter Schmalix: "Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wir melden uns aus dem Stuttgarter Neckarstadion vom Spiel der Union gegen eine FDP-Auswahl. Es steht immer noch null gegen null. Eben ist Innenverteidiger Zimmermann mit dem Scheidungsrecht durchgebrochen. Der wieder viel zu gemächliche Rechtsverteidiger Engelhardt versucht, sich querzulegen, wird aber von Außenstürmer Genscher, der wieder mal sein eigenes Spiel spielen möchte, zurückgepfiffen. Genscher bleibt am Ball, zögert, sieht Lambsdorff in Außenseiterposition, will den Fall herunterspielen, aber Lambsdorff, der wegen unkorrekten Spiels längst die Rote Karte verdient nätte, hat sich selber ins Abseits gestellt, der Ball läuft über die Auslinie.

Von dort macht Bayern-Verteidiger Strauß schon wieder einen regelwidrigen Einwurf, der genau zwischen den Beinen von Libero Kohl, dem ‚Turm in der Schlacht‘ landet, der es wieder spielend schafft, Problembälle an sich vorbeilaufen zu lassen. Sein Doppelpaßspiel mit Genscher klappt zwar noch, aber als er nun versucht, den Ball mit dem Kopf – sein schwacher Punkt – zu spielen, verliert er auch noch den Faden. Nachwirkungen seines verheerenden EG-Pokalspiels, wo er sich von Mrs. Thatcher glatt an die Wand spielen ließ?

Jetzt versucht der wieselflinke Ausputzer Blüm, auf dessen Ideen seine Mitspieler selten eingehen, durch eine Renten-Vorlage ein Tor im Alleingang zu erzielen, wird prompt von Lambdorff gelegt, darf aber mit einer Amnestie rechnen. Das Spiel der Koalition wird immer, konfuser und härter, jeder scheint bemüht, dem Mit- und Gegenspieler ein Bein zu stellen. Angesichts der vielen Ausfälle sucht Verteidiger Würzbach verzweifelt nach Lückenbüßern und rennt zur Reservebank, um die Frauen als letztes Aufgebot in die Schlacht zu werfen, schießt bei diesem Vorstoß aber das "Selbsttor des Jahres".

Soeben bemächtigt sich Mittelfeldspieler Geißler, der seines unfairen Spiels wegen schon mehrfach die Gelbe Karte gezeigt bekam, des Balls, er stürmt in den gegnerischen Strafraum, greift dort das Ladenschlußgesetz an. Toooor!, nein das Leder fliegt weit am Pfosten vorbei. Von dort holt es sich Zimmermann und befördert es ziellos irgendwo in die Umwelt – was er auch anfängt, er läuft gegen eine Mauer. Am Ball ist nun Selbstverteidiger Wörner, der, nach einem mißglückten Fallrückzieher aus dem Spiel genommen werden sollte, von Libero Kohl aber weiter gedeckt wird, er ist aber nur ein Schatten seiner selbst.

Kassentorwart Stoltenberg versucht seine Steuerreform, die er ins Spiel gebracht hat, zu retten, wird aber von Linksverteidiger Späth so geschickt überspielt, daß er die Deckung der Steuerentlastung sträflich vernachlässigen muß. Erst kürzlich zeigte er eine seltsame Unsicherheit, als er sich durch Strauß vom Ball trennen und einen ihm von Kohl zugespielten 2 Mill. EG-Bauernausgleich ins Netz gehen ließ.

Das ist der Schlußpfiff. Warum weinen viele Spieler und Zuschauer? Eine Tränengasbombe oder ein trostloses Spiel? Neben uns steht der Trainer der Koalition. ‚Bundestrainer Derwall, wann treten Sie endlich zurück?‘ "