DIE ZEIT

Das Ende der Ära Genscher

Die Pläne für eine Amnestie der rechtswidrigen Parteienfinanzierung sind gescheitert. Zu Wochenbeginn gaben die Strategen der Koalition die Mehrheit im Parlament verloren.

Ungebremst in den Streik

Wochenlang sind Gewerkschaften und Arbeitgeber unausweichlich aufeinander zugetrieben wie zwei ruderlose Supertanker – bis zum Zusammenprall.

Der Kreml spielt nicht mehr mit

Statt mit einem neuen Profil präsentiert sich die Kreml-Führung der Welt in diesen Tagen mit zwei Gesichtern. Das eine hat diese Züge: Die Sowjets spielen nicht mehr mit.

Blessuren im Wahlkampf

Die Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten gehen in die letzten Runden. Sie sind vom langen Ausscheidungskampf erschöpft und haben Blessuren davongetragen.

CDU-Parteitag: Statt Jubel gab es Kontroversen

Wäre die CDU ein pädagogisches Unternehmen, vor allem zur Selbsterziehung, sie könnte mit sich zufrieden sein. Schon die Kölner Treffen die einem Jahr, das erste nach die Rückkehr an die Bonner Schalthebel, ist kein Jubelparteitag gewesen; Realismus bestimmte die Debatten über die Aufgaben und Probleme, die mit der wiedergewonnenen Regierungsmacht verknüpft sein würden.

Worte der Woche

* "Flick wollte die Wende, wollte die neue Koalition, und hat sich das erkauft, und zweitens, Genscher hatte erkannt, daß er mit der SPD eine Steueramnestie nicht würde bekommen können.

Zeitspiegel

Die ZEIT berichtete in der vorigen Woche auf dieser Seite, daß die Christlichen Demokraten El Salvadors für den erfolgreichen Präsidentschaftswahlkampf José Napoléon Duartes Zuwendungen von der Konrad-Adenauer-Stiftung erhalten mitten.

Wolfgang Ebert: Unterm Kanzler-Schirm

Während er sich an meinem Schreibtisch zu schaffen machte, erteilte er mir Bescheid: "Sie werdend mir nicht glauben, aber ich bin der Sohn ehrbarer Eltern und war noch vor einem Jahr ein kreuzbraver Mensch und redlicher Steuerzahler.

Ben Witter: Angetippt

Alles hätte Hans-Peter nach dieser Raserei erwartet, daß sich jedoch auf dem Dach seines 40 000 DM teuren Turboladers so ein kloßartiger Pickel gebildet hatte, ekelte ihn genauso an, als wucherte diese Beule auf seiner Haut.

Die Sicherheitspolitik ist ein herausragendes Thema auf dem Parteitag der SPD in Essen. Richard Löwenthal, Politik-Professor und seit langem Vordenker seiner Partei, setzt sich kritisch mit den Gedanken von Bundesgeschäftsführer Peter Glotz auseinander.: Die Deutschen sind keine Pendler

Seit der Entscheidung des Bundestages über die Stationierung amerikanischer Raketen in der Bundesrepublik sind in der deutschen außen- und sicherheitspolitischen Diskussion bei uns neue Themen in den Vordergrund getreten.

BONNER BUHNE: Artisten und Historiker

Auf dem Plakat, das Klaus Staeck für "Katharina’s Circus" entworfen hat, jongliert ein Artist mit fünf Birnen. Aber das ist fast auch schon die einzige politische Anzüglichkeit.

Zwischenruf

Die IG Metall hat in Baden-Württemberg 13 000 Metallarbeiter zum Streik aufgerufen. Wichtige Teile für die Autoindustrie werden nicht mehr geliefert.

Im Würgegriff der Politik

Die Bilanz scheint eindeutig zu sein: Der Sport, der olympische vorab, steckt im Würgegriff der Politik – und dies nicht erst seit heute oder gestern.

Moskau: War der Eklat längst geplant?

Manchmal sind die Vorlaufe spannender als das Finale. Der Vorlauf zu den Olympischen Spielen hat am 8. Mai begonnen, als das sowjetische NOK die Teilnahme in Los Angeles absagte.

Los Angeles: Ärger mit den Spielverderbern

An der Hoffnung, daß die Sowjetunion möglicherweise bereit wäre, ihre Meinung zu ändern, ganz gleich wie berechtigt sie ist, scheinen viele Bürger von Los Angeles noch festhalten zu wollen, nachdem sie sich vom ersten Schock der Nachricht erholt haben.

Viele Tode und kein Ende

Alle vier Jahre steht die Welt verdutzt an der Bahre der Olympischen Idee. Die schöne Leiche, mehrfach schon bestattet, wird immer wieder ausgebuddelt.

Zum Nachschlagen

Schon ein Standardwerk ist Kröners "Lexikon der Deutschen Geschichte", ein materialreiches, zuverlässiges, handliches Nachschlagewerk, das seit einigen Monaten in zweiter Auflage vorliegt.

"Alles für die Katz"

Was ist denn das für eine Olympiade, wenn wir und die Russen da nicht mitmachen?", schimpfte ein junger Ostberliner Arbeiter.

Dokumentation: Das Alternative Gedächtnis

Wo geht’s denn bitte zum ID", fragt der Berliner Professor für Politologie, der über den Hof der Hamburger Allee 45 irrt, jenem traditionsreichen Zentrum des alternativen Aktivismus in Frankfurt-Bockenheim, das unter anderem die Stadtzeitung Pflasterstrand, das tez-Büro und den Druckladen beherbergt.

Öko-Bank: Kredite in Grün

Noch eine Bank für Frankfurt. Doch die neue soll alles ganz anders machen als die 350 Banken, die dort bereits wirtschaften.

Den Himmel blankputzen

Donnernd startet die schwere F-LV-Rakete vom sowjetischen Weltraumbahnhof Tjuratam, 160 Kilometer östlich des Aralsees. Der dreistufige Gigant, eine Weiterentwicklung der SS-9 Interkontinentalrakete, trägt an seiner Spitze "Kosmos 1379" – einen Killersatelliten.

Tafel oder Video?

Was sind Medien – was ist ihre vernünftige Funktion, und wo hört diese auf? Medium heißt ein Mittleres, etwas, was zwischen den Täter und sein Objekt tritt.

Hamburger Gesamtschulen: Klassenziel leicht verfehlt

Endlich konnte die CDU-Opposition einmal von Herzen der Hamburger Schulpolitik zukommen. Jahrelang hatten die Konservativen im Stadtstaat eine politische Polarisierung des Lehrerkollegiums und die einstige Beeinflussung der Schüler, besonders der Gesamtschüler, geargwöhnt.

Im Glanz der Gewinne

Ein "außergewöhnliches Geschäftsjahr" verkündete BMW-Vorstandschef Eberhard von Kuenheim und legte in Geberlaune auf die bereits erhöhte Dividende gleich noch einen Extrabonus von einer Mark drauf.

Der Vater der Tarifrente

Günter Döding, der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuß-Gaststätten (NGG), hat sein Ziel erreicht. In der vergangenen Woche konnte er endlich seine Unterschrift unter ein langersehntes Rahmenabkommen setzen.

Währungspolitik: Dollarzinsen

In hektischen Sprüngen kam der Dollarkurs in der letzten Woche verdächtig nahe an 2,80 Mark heran. Wie weit Fluchtgelder aus der Bundesrepublik, die dem wirtschaftlichen Folgen des Arbeitskampfes in der Metallindustrie ausweichen wollen und das Land verlassen haben, die Mark zusätzlich gedrückt haben, läßt sich mit wissenschaftlicher Genauigkeit nicht ausmachen.

Katalysator-Auto: Wirtschaftlich?

Mögen deutsche Autofahrer auch in Umfragen immer wieder beteuern, daß sie zu Opfern für den Umweltschutz bereit sind – diesen Worten lassen sie bisher die Tat nicht folgen.

Bonner Kulisse

Der Haushaltsausschuß des Bundestages ärgert wieder einmal Bonner Beamte. Deren Dienstfahrten sollen ebenso reduziert werden wie die Zahl der Dienstwagen.

Conti-Gummi: Falscher Weg

Daß viele Börsenneulinge zunächst stimmrechtslose Vorzugsaktien plazieren, um alte Herrschaftsstrukturen zu sichern, mag allenfalls noch verständlich sein.

Metallindustrie: "Das war ein enormer Kraftakt"

Diesmal zieht er die meisten Pfeile auf sich. Die Arbeitgeber präsentieren ihn gern als den Buhmann der IG Metall, weil er mit Eifer die "absurde Forderung" (Bundeskanzler Helmut Kohl) nach einer 35-Stunden-Woche propagiert, aggressiv propagiert.

Automobile: Neues Leben für einen alten Namen

Als Wolfgang R. Habbel hörte, daß in Lindau bei einer Versteigerung eine schön emaillierte Firmentafel des einstigen Automobilunternehmens Horch unter den Hammer kommen sollte, traf er unverzüglich Order, für das alte Stück bis zu 900 Mark bieten zu lassen.

Streik und Aussperrung: Spielregeln für den Arbeitskampf

Arbeitskampf, Streik und Aussperrung sind in der Bundesrepublik kaum in Gesetzen geregelt. Das Recht zu solchen Zwangsmaßnahmen entspringt nach allgemeiner Meinung dem Grundgesetzartikel 9 Absatz 3 über die Koalitionsfreiheit.

Das zahlt die Gewerkschaft

Seit Anfang dieser Woche wird in der Metallindustrie gestreikt. Bei der IG Metall füllen die Richtlinien für den Arbeitskampf einen dicken Aktenordner.

Der alte Trick

Die Regierungen wechseln, die Begründungen für höhere Mehrwertsteuern bleiben die gleichen

ZEITRAFFER

Die deutsche Schiffbauindustrie lag 1983 trotz der wachsenden Konkurrenz und des deutlichen Kapazitätsabbaus weiterhin auf Platz drei nach Japan und Südkorea.

Politische Entscheidung

ZEIT: Landeswirtschaftsminister Reimut Jochimsen hat die Kommunen an der Ruhr gescholten. Sie tun seiner Meinung nach noch zu wenig für den Kohleverbrauch.

MANAGER UND MÄRKTE

Was die Bonner Regierungskoalition trotz Drängen von Bergbau, und SPD nicht wollte, tut die Ruhrkohle jetzt aus eigener Kraft: Sie gibt Zuschüsse zu Investitionsaufwendungen, die bei der Umstellung von Feuerungsanlagen auf Kohle entstehen.

...die im Dunkeln erwischt man nicht

Als die Düsseldorfer Polizei die Großbaustelle des neuen nordrhein-westfälischen Landtags kurz nach Arbeitsbeginn abriegelte, glaubten die Beamten noch an den großen Coup.

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