Nach den Clubreisespezialisten haben nun auch deutsche Hoteliers und Kurdirektoren die Animation entdeckt. Professionelle Unterhalter sind mehr denn je gefragt.

Lange Zeit war Animation in deutschen Fremdenverkehrsorten verpönt Animation wurde vom Kunden wie vom Anbieter anfangs mit plumper "Anmache" verwechselt. Erst der Trend zum Aktivurlaub hat die Meinung bei Urlaubern und insbesondere in Clubdörfern ändern können.

"Animation kommt aus dem Lateinischen, heißt für mich also frei übersetzt, den Urlaub beseelen, anregen, beleben", erklärt Gisela Widmann, als Animateurin im Dorint-Hotel "Kreuzeck" im Harz tätig. Vor sechs Jahren hat die Hotelgesellschaft Dorint in der Südeifel erstmals Animateure eingestellt. Inzwischen sind solche Gästebetreuer in sieben der jetzt 24 Dorint-Anlagen beschäftigt.

"Seit geraumer Zeit", versichert Arthur Zoll von der in Fulda ansässigen "Bundesvereinigung der Freizeitberufe e.V.", "ist gerade in der Hotellerie und im Kurbetrieb die Animation im Kommen." Von den Großen setzt neben Dorint auch noch die Steigenberger Hotelkette in einigen ihrer Häuser Animateure ein. "wir wollen zufriedene Kunden. Dazu müssen wir insbesondere den länger bleibenden Urlaubern Möglichkeiten zu zwanglosen Aktivitäten bieten", beantwortet Dorint-Sprecherin Ingrid Overdyck die Frage nach dem warum.

"Hotel-Animation", erklärt Gisela Widmann, "unterscheidet sich jedoch in einigem von dem, was darunter in den Urlauberclubs im Mittelmeerraum verstanden wird." Im Hotel muß sich die Animation ihrer Meinung nach viel mehr den Gegebenheiten des Hauses, der jeweils unterschiedlichen Umgebung und Gästestruktur anpassen. Außerdem arbeiten Hotelanimateure meistens nicht im Team, das wäre zu teuer, sondern statt dessen mit dem anderen Hotelpersonal zusammen. In den Dorint-Hotels beispielsweise läßt der Direktor hinter die Kulissen blicken, veranstalten Koch und Barmixer kleine Kurse. Etwa 75 Prozent aller Gäste, so Ingrid Overdyck, beteiligen sich in den Dorint-Häusern mehr oder weniger aktiv am Animationsprogramm.

Daß beschäftigte Gäste zugleich zufriedene Gäste sind, haben auch Kurdirektoren entdeckt. Bereits vor einigen Jahren entwickelte man beispielsweise im Kur- und Verkehrsamt der Stadt Aachen das Konzept eines Kurgastclubs, in dessen Rahmen geschulte Freizeitberater die Kurgäste betreuen. Und auch die Bundesvereinigung für Freizeitberufe arbeitet derzeit in einem Pilotprojekt an einer Studie zum Einsatz von Freizeitberatern in Kurbetrieben.

In den Kurorten wird natürlich besonderer Wert auf die pädagogischen und psychologischen Fähigkeiten der Animateure gelegt. Hoteliers wünschen sich den vielseitig gen Animateur, die Cluburlaubsanbieter den sportlichen Typ.