Schöner kann man zur Zeit nicht baden gehen – als in Münchens "Müller’schem Volksbad". Sieben Jahre Zeit und acht Millionen Mark hat es gekostet, bis eines der schönsten Jugendstilbäder Europas wieder im alten Glanz erstrahlte. Dabei war einstmals das Prachtbad vor allem "für das unbemittelte Volk" gedacht, Mäzen Müller plante es mit Herren- und Damenschwimmhalle und einem "Hundebad" im Keller. Heute können sich sogar Münchens Nackerte in der Männerhalle tummeln (durcheinander, aber nur samstags); und damit sogar die Nichtschwimmer vom Jugend-Stil was haben, fallen auch noch die Künstler in die Müller’schen Hallen ein; Sie wollen sich, wie das Regieteam Michael Simbruk/Peter Werhahn verspricht, "unheilig an das Leben und Werk Lion Feuchtwangers annähern. Ja. Das Ganze nochmal" heißt die Inszenierung (Premiere 14. Juli, 23 Uhr), deren ungewöhnlicher Austragungsort auf den zweiten Blick gar nicht so unpassend erscheint. "Wet cheek" hat sich Lion Feuchtwanger selber gern genannt, und außerdem, beruhigt Peter Werhahn, "war er ein begeisterter Schwimmer."

Aufnahme: Süddeutscher Verlag