Ernährungsprobleme gibt es kaum. In den größeren Städten findet man Restaurants, in denen man angenehm gesättigt wird, auch guten trockenen Wein bekommt (und sich freut, ein paar Zloty loszuwerden); in kleineren Orten allerdings kann man sich in Restaurants allenfalls ernähren. Aber der Camper kocht ja selbst. Reichlich und in besserer Qualität als hierzulande bekommt man Gemüse, Kartoffeln, Eier und Obst aus Wald und Garten, ergattert auch mal ein Körbchen Pfifferlinge, ein Hühnchen oder Fische, fangfrisch oder noch warm aus der Räucherkammer.

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Diese Waren kann man deshalb allenthalben auf den Märkten kaufen, weil sie für die meisten Polen sehr teuer sind. Ein Kilo Walderdbeeren kostet beispielsweise 180 Zloty, rund fünf Mark (offizieller Kurs). Das ist viel Geld für einen, der täglich nur 300 Zloty oder noch weniger für Essen ausgeben kann. Rind- und Schweinefleisch waren nicht erhältlich, vor den Metzgereien standen lange Schlangen. Man muß also Fleisch in Dosen oder in Folien eingeschweißt mit sich führen. Zucker war 1983 noch rationiert. Man geht am besten davon aus, daß man nicht alles jederzeit kaufen kann.

Selbst in kleineren Städten gibt es Pewex-Läden, in denen man für westliche Währungen "Luxusgüter" erstehen kann. Zu ihrer Mindestausstattung gehören: ein reiches Sortiment an Spirituosen und Tabakwaren, Kosmetika, Waschmittel, Kaffee, Tee und Bier. Jeder Pole kann dort kaufen, auch etwa Fernseher oder Tapeten, wenn er nur über Westgeld verfügt. So erklärt sich der florierende illegale Geldumtausch.

Hans Hannappel