Die Landwirtschaftsminister konnten sich noch nicht über die Durchführungsbestimmungen der Brüsseler Beschlüsse zur Begrenzung der Milchproduktion einigen. Deshalb weiß der Hamburger Bauer Hinrich Langeloh auch nicht genau, wieviel Milch er in Zukunft zu Garantiepreisen abliefern darf. Aber es ist gewiß viel weniger als bisher.

Langeloh rechnet anhand der bisher bekannt gewordenen Zahlen vor: 1981 hat er 393 500 Liter Milch an die Molkerei geliefert. Im Jahr 1983 waren es schon 426 000 Liter. Langeloh hat also für deutsche Verhältnisse einen Großbetrieb, da er mehr als 300 000 Liter Milch im Jahr in seine Kühltanks pumpt; außerdem hat er seine Milchmenge von 1981 bis 1983 steigern können; damit ist er von den Agrarbeschlüssen besonders betroffen.

In Zukunft, glaubt Langeloh, nimmt ihm die Molkerei 10,3 Prozent weniger Milch ab. Dieser Abschlag kommt wie folgt zustande: Die Liefermenge des Jahres 1983 wird als Basis genommen. Sie wird bei allen Betrieben um vier Prozent gekürzt. Ausgenommen von diesem Grundabzug sind Höfe, deren Milchmenge nach 1983 die Marke von 161 000 Liter nicht überschritten hat und die die Zahl ihrer Kühe nach 1981 nicht aufgestockt haben. Sie bekommen für die ersten 60 000 Liter Milch, die ihre Kühe geben, nur einen Abzug von zwei Prozent aufgebrummt. Langeloh gehört nicht dazu. Im Gegenteil: Weil er im Jahr mehr als 300 000 Liter Milch produziert, werden ihm weitere 3,5 Prozent weniger zum garantierten EG-Preis abgenommen. Und weil er seine Milchmenge von 1981 bis 1983 um 32 500 Liter erhöht hat, gibt’s noch einmal 2,8 Prozent Abschlag. Zusammen macht das 10,3 Prozent. Das sind immerhin 43 878 Liter Milch, die ihm die Europäische Gemeinschaft nur noch zu einem Preis abnimmt, der um 75 Prozent unter dem Garantiepreis liegt.

Da Langeloh damit aber nicht seine Kosten decken kann, wird er wohl eine Mehrlieferung über seine Quote hinaus tunlichst bleiben lassen. Unter der Annahme, daß der Milchpreis stabil bleibt – was nicht stimmt, vermutlich schon im kommenden Jahr wird er steigen – und unter Einrechnung der nationalen Hilfszahlungen aus dem Bonner Etat sinken Langelohs Einnahmen durch die Einführung der Milchquoten um 31 700 Mark, ohne daß sich seine Kosten verändern. Denn Stall und Maschinen sind nicht einfach zu verkleinern.