Urlauberlatein: Ein oder zwei Wochen wie die alten Römer fühlen können sich Feriengäste in Hollabrunn im österreichischen Weinviertel. Alle, die ihre Lateinkenntnisse auffrischen oder tiefer in die Geheimnisse dieser Sprache eindringen wollen, dürfen im Urlaub noch einmal die Schulbank drücken. Vormittags sollen von den Ferienschülern Themen in Latein erarbeitet werden, und am Nachmittag können sie ihre Kenntnisse bei Wanderungen durch die Weingärten vertiefen, denn die Umgangssprache ist – oder sollte es zumindest sein – ausschließlich Latein. Mehr darüber erfährt man bei der ÖAMTC-Filiale Hollabrunn, Hauptplatz 10, A-2020 Hollabrunn.

Holzauge: Für Ferien nach Holzfällerart bietet sich eines der waldreichsten Gebiete Deutschlands, das Siegerland-Wittgenstein im Naturpark Rothaargebirge, geradezu an. In Bad Berleburg-Girkhausen beispielsweise können Urlauber an einem Holz-Seminar teilnehmen: Am ersten Tag können sie den Holzeinschlag, das Entasten und Anlangen beobachten, beim Anlegen eines zünftigen Holzfeuers mithelfen und anschließend beim Mittagessen mit der Holzfällerrotte kräftig zulangen. An den nächsten Tagen geht es an die Holzverarbeitung: Da wird an der Girkhausener „Drehkoite“ etwa gezeigt, wie schon vor Hunderten von Jahren aus einem Stück Holz bis zu fünf Schüsseln gedreht wurden oder wie die Wittgensteiner Löffelschnitzer arbeiteten. Auskünfte erteilt der Kreisverkehrsverband Siegerland-Wittgenstein, Koblenzer Straße 73, 5900 Siegen 1, Tel. (02 71) 33 77 478.

Zeltkur: Den Campingurlaub im Teutoburger Wald verleben und gleichzeitig therapeutische Hilfe erhalten, die Chance haben Kur-Willige im Staatsbad Meinberg (Postfach 2140, 4934 Horn-Bad Meinberg 2). Wer ein „Kurcamper-Gesundheits-Paket“ ersteht, kann pro Woche fünf Kuranwendungen nutzen und den Badearzt besuchen. Das alles kostet 220 Mark in der Woche, hinzu kommen noch 90 Mark Campingplatzgebühren für zwei Personen.

Ausverkauf: Ein Souvenir ganz eigener Art hat sich das Verkehrsamt im österreichischen Heiligenblut ausgedacht: Urlauber haben die Mödlichkeit, Grund und Boden erwerben – Quadratmeterweise. Die Patenschaft, „mittels feierlicher Urkunde verbrieft“, kostet 14 Mark. Die preiswerten Parzellchen, von denen noch einige hundert zu haben sind, liegen im Nationalpark Hohe Tauern und tragen künftig den Namen des neuen Eigentümers. Weil sie sich jedoch mangels Größe nicht mal zum Aufstellen eines Zeltes eignen, bietet das Verkehrsamt auch gleich Kost und, Logis: Zimmer mit Frühstück für sieben Tage kosten von 90 Mark an.

Bratkartoffelverhältnis: Jede aufgeklärte junge Ehefrau von heute weiß, daß die Liebe durch den Magen geht. So möchte sie selbstverständlich dafür sorgen, daß der gestreßte Gatte eine kräftigende, wohlschmeckende Mahlzeit vorfindet, wenn er sich zu Tisch begibt. Daß er das erwarten kann, findet auch das Fremdenverkehrsamt Mühlviertel (Starhembergstraße 35a, A-4020 Linz) und offeriert in Sandl einen ‚Kochkurs für junge Ehefrauen“. Diese können vom 21. bis zum 28. Juli bei einem Küchenchef in die Lehre gehen, während der Angetraute, falls er mitfährt, herzlich zu geführten Wanderungen, zu Ausflügen und Hallenbadbesuchen eingeladen ist. Unterkunft und Halbpension gibt es für 283 Mark, Kursgebühren eingeschlossen.

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Krautschau: Wer sich allein an die Zubereitung von Sauerampfer- und Löwenzahnsalat, von Brennesselsuppe und Johanniskrautöl nicht herautraut, bekommt Hilfestellung von der Bauernhaus-Pension Beul im Westerwald. Mit lernfreudigen Gästen unternimmt die Bäuerin Exkursionen in den heimischen Wald, um sie in die Geheimnisse der Natur- und Kräuterküche einzureihen. Die künftigen Kräuterweiblein und – männlein wohnen in Appartements und zahlen einschließlich Frühstück 170, mit Vollpension 290 Mark pro Woche. Auskünfte gibt die Bauernhof-Pension Beul, 5439 Homberg, Tel. (0 26 64) 84 19.