DIE ZEIT

Der Tag, an dem die Würfel fielen

Sie kamen bei Vollmond und Ebbe, an schroffen und abweisenden Küsten. Tagelang hatten zuvor 5500 alliierte Bomber samt ebensovielen Jagdbombern das Hinterland angegriffen.

Vorstoß

Mit seiner Rede vor dem Straßburger Parisent hat François Mitterrand dem matten Europa-Wahlkampf noch einmal Auftrieb gegeben.

Botha in Bonn

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres hat dieRegierung in Südafrika zur Eingrenzung des Rassenproblems mehr getan als in den vorangegangen 20 Jahren.

Rückzieher

Es bedurfte nicht der vielgerühmten Witterung Hans-Dietrich Genschers. Die Fakten waren unübersehbar: Seine Niederlage beim Amnestiegesetz, das im Protest der Partei unterging, und sein Rückzieher beim Vorschlag des Generalsekretärs waren Symptome einer Veränderung der Machtstruktur in der Partei.

Öl ins Feuer

So tief wie diesmal hat der Karren noch nie im Dreck gesteckt. Sicher, es gab auch früher harte Tarifauseinandersetzungen. Auch in den vergangenen Jahren haben uns Arbeitgeber wie Gewerkschaften immer wieder weismachen wollen, diesmal gehe es um Sein oder Nichtsein.

Abwarten und Njet sagen

Andrej Gromyko, Außenminister seit 27 Jahren, ist an der Spitze der Macht angelangt, aber er weiß nicht, wie er die Zukunft gestalten soll

Zeitspiegel

Francisco Quintino, ein 56jähriger weißer Bürger Johannesburgs, wurde von der Anklage des Mordes freigesprochen. In Quintinos Nachbarschaft war immer wieder am frühen Morgen das Geld gestohlen worden, das auf Fensterbrettern oder unter Türschwellen für den Milchmann bereitlag.

Anatolien hat viel Geduld

Im „Konak“, einem gepflegten, kleinen Stadthotel im alten Teil Istanbuls, wenige Schritte von der Blauen Moschee entfernt, werden ahnungslose Gäste im Morgengrauen von einem Geräusch aus dem Schlaf gerissen, das ihnen das Blut in den Adern stocken läßt.

Wolfgang Ebert: Die Unberührbaren

Als mir der einst so selbstbewußt te Schulfreund bleich und mit hängenden Schultern leicht wankend entgegen kam, war klar, daß die letzten Bonner Ereignisse nicht spurlos an ihm vorüber gegangen waren.

Ferlemanns Zensur

„....Es geht uns nicht darum, irgend eine Zeitung kaputtzustreiken, sondern es geht uns darum, durch eine möglichst gleichmäßige Bestreikung quer durch die Bundesrepublik Druck auf die Unternehmer auszuüben.

Bills Gedächtnis

Vom amerikanischen Geheimdienst CIA gibt es selten Erfolge zu berichten. Jetzt hat ein Untersuchungsausschuß des Kongresses zumindest dem Chef der Organisation außergewöhnliche Findigkeit bestätigt.

Der Kongreß macht Außenpolitik

Aufs Ganze gesehen hat Präsident Reagan wenig Grund, sich über den Kongreß zu beklagen. Sowohl für seine umstrittene Mittelamerikapolitik als auch bei den bisherigen Beratungen über den Verteidigungshaushalt haben die Gesetzgeber mehr bewilligt als ursprünglich erwartet.

BONNER BÜHNE: Kabalen am Rande

Wird es nun doch schon zum 1. Juli etwas höhere parlamentarische Bezüge geben? Mit 77 gegen 73 Stimmen haben die (anwesenden) Unionsabgeordneten den Vorschlag ihrer Oberen zurückgewiesen, Diäten und Unkostenpauschale erst zu Beginn des nächsten Jahres sachte aufzubessern.

NAMEN UND NACHRICHTEN

Herbert Häber, seit vielen Jahren in der SED für die Beziehungen zur Bundesrepublik zuständig, wurde Vollmitglied in Honeckers Politbüro.

Golfkrieg: Eskalation zur See

Durch Schläge gegen den Schiffsverkehr ist es dem Irak gelungen, den Konflikt am Golf auszuweiten und den Druck auf den Iran zu erhöhen.

Der Krieg im Tschad: Gaddhafi gibt sich vernünftig

Kamal Hassan Ali, der ägyptische Außenminister, verlor die Beherrschung: "Nur durch einen chirugischen Eingriff, so sagte er verächtlich, könne man auf das Verhalten des "geisteskranken" Gaddhafi einwirken; im Verkehr mit dem unsteten Libyer versagten allemal die klassischen Mittel der Politik und der Diplomatie.

Religionterror im Iran: Haß als Politk

Alltag der Verfolgung: Im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis werden die Häftlinge mit Drahtpeitschen am ganzen Körper geschlagen, hunderte Mal hintereinander.

Wahlen auf den Philippinen: Quittung für den Diktator

Gerade ein Drittel der Stimmen war ausgezählt, da erklärte Präsident Ferdinand Marcos seine regierende "Bewegung für eine neue Gesellschaft" (Kilusang Bagong Lipunan – KBL) bereits zum Sieger der philippinischen Parlamentswahlen.

Von der CDU zur ULB: Die Dreierbande

Die rote Mehrheit in Lübeck gebrochen!" telegraphierte nach der Bundestagswahl 1953 die Lübecker CDU an den Großvater von Helmut Kohl.

Rüssel an Rüssel

Naturerscheinungen, die unvergeßlich sind: Der Jupiter durch ein Teleskop betrachtet, das Lachen meiner zahnlosen Großmutter, blühende Apfelbäume im Mondschein bei Unkel am Rhein.

Exportgeschäfte: Alles ganz harmlos

Albrecht Migule wohnt dort, wo die Welt noch in Ordnung zu sein scheint. Eingebettet in die Wiesen und Wälder des malerischen Welchentals am Rande Freiburgs liegt Migules kleines Anwesen.

Zivilschutz: Ausgebunkert

Über die Vorzüge eines Bunkers braucht Corni, Student in Frankfurt, nicht lange nachzudenken: „So ein Bunker schont die Ohren der Nachbarn, in ihn kann man Tag und Nacht rein, er ist diebstahlsicher und billig.

Leuchtturm: Zuviel Wind

Seit neunundneunzig Jahren steht der Leuchtturm „Roter Sand“ in der Wesermündung, ein rot-weißes Bauwerk mitten im Meer, rund sechzig Kilometer vor Bremerhaven.

Mehr wunderlich als wundersam: ,,Inflationsheilige“

Diesen Mann der Zeitenwende haben die Menschen in Mir erkannt! Deshalb strömen sie Mir zu! Nicht „Spartakus“ wird das „Neue“ bringen! Er wird nur einstürzen! Aufbauen und „Neue Werte“ auf „Neue Tafeln“ zu schreiben, ist Mir vorbehalten.

Letztlich unnahbar, menschenfern

Was für ein Mensch war Hannibal, der die hartgesottenen Römer das Entsetzen lehrte? „Hannibal vor den Toren!“ Dieser Ausruf holte ihn noch nach Jahrhunderten als Schreckgespenst, als afrikanisches Ungeheuer ins Gedächtnis zurück.

Der ungesellige Gegenstand

In der vorletzten Ausgabe analysierte Hartmut von Hentig die „Mediatisierung des Geistes durch den Computer“. Hier folgt der zweite Teil seiner kritischen Anmerkungen zu den neuen Medien.

"Wir stehen im Eck"

Die Stimmung ist gedrückt. Ernst Eisenmann, der Stuttgarter IG Metall-Bezirksleiter, hat seiner Verhandlungskommision gerade Bericht erstattet.

Betrug am Steuerzahler

Wenn Lobbyisten in Bonn sich befriedigt über die Regierung äußern, und das auch noch in aller Öffentlichkeit, dann müßte Kanzler Helmut Kohl und seinen Ministern eigentlich schlagartig klarwerden, daß sie etwas falsch gemacht und den Forderungen einer pres sure group zu weit nachgegeben haben.

Schadenfreude ist billig

Erst vor zehn Monaten hat das Bundeskabinett „irreversibel“ beschlossen, von 1986 an nur noch Autos mit abgasreinigenden Katalysatoren zuzulassen.

Bonner Kulisse

Personalpolitisch hat, wie sich manch einer noch erinnern mag, die konservativ-liberale Bonner Koalition nach ihrem Amtsantritt im Herbst 1982 nichts anbrennen lassen.

Streik: Widersinnig

Noch ist die Erinnerung nicht ganz verblaßt an jene Tage, in denen die Mitarbeiter des Büromaschinenherstellers Triumph-Adler in Frankfurt mit Fahnen, Transparenten und Parolen dagegen protestierten, daß sie ihre Arbeitsplätze verlieren sollten.

Druckindustrie: „Ich will die Sozialpartnerschaft“

Sein Betrieb wird am meisten bestreikt. Mag der Arbeitskampf der IG Druck sonst auch noch so flexibel sein, es gehört zum gewerkschaftlichen Ritual der Auseinandersetzung, den Sprecher der Gegenseite immer wieder in die Streikaktionen einzubeziehen.

Solidarität – mit wem?

Das Hamburger Druck- und Verlagshaus Gruner + Jahr – bei dem auch die ZEIT gesetzt wird – erlebt den „längsten Streik in der Geschichte“ dieses Unternehmens, wie das Management per Anzeige in der Norddeutschen Rundschau mitteilte.

Kein Grund zur Panik – nur zur Wachsamkeit

Die Bundesrepublik stand damit nach den USA und vor Japan an zweiter Stelle in der Rangliste der führenden Exportnationen. Mit einem Anteil der Ausfuhr von über 28 Prozent an der gesamten wirtschaftlichen Leistung im Inland lag die deutsche Wirtschaft sogar eindeutig vor Japan und den USA.

Die Brüsseler Beschlüsse

Die Europäische Gemeinschaft hat erstmals die Milchmenge begrenzt, die sie den Bauern zu einem Garantiepreis abzunehmen bereit ist.

Bauer Langeloh rechnet vor:

Die Landwirtschaftsminister konnten sich noch nicht über die Durchführungsbestimmungen der Brüsseler Beschlüsse zur Begrenzung der Milchproduktion einigen.

In großer Sorge

ZEIT: Herr Minister Dallinger, Sie sind sowohl als Sozialminister als auch als Gewerkschafter entschiedener Vorkämpfer für die 35-Stunden-Woche – auch in Österreich.

MANAGER UND MÄRKTE

Die Empörung im Management von Mannesmann war groß, als die Zeit vor einem Jahr auseinanderlegte, daß weniger den vielkritisierten Schweizer Chemiekonzern Hoffmann-La Roche die Schuld an dem damals virulenten Dioxin-Skandal traf, als vielmehr die italienische Tochtergesellschaft des Düsseldorfer Röhrenkonzerns.

Konsum ist nicht alles

Der private Konsum wird in diesem Jahr weiter steigen“, schrieben im April die wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinstitute in ihrem Gutachten.

Umweltschutz in der Schweiz: Richter gegen Politiker

Die Schweizer werden beim Umweltschutz immer progressiver. Was für die Bonner Regierung bislang tabu ist, hat die oberste Gerichtsinstanz der Eidgenossen, das Bundesgericht in Lausanne, jetzt offiziell zugelassen: die Verbandsklage von Umwelt- und Naturschutzorganisationen.

Großbritannien: Von Karajan bis zum Tornado

Was haben der Pop-Star David Bowie und der europäische Airbus, die Küchenmaschine Kenwood und die Fliegerabwehrrakete Rapier, der Videorekorder Ferguson und der Fernsehsatellit ECS 1 miteinander gemein? Nicht viel – bis jetzt.

+ Weitere Artikel anzeigen