Bislang rangierte der buntgemischte Haufen stets unter „ferner tiefen“. Doch seit Mittwoch letzter Woche können die vereinigten raumfahrenden Westeuropäer stolz auf eine wichtige Erstleistung verweisen: Zum erstenmal in der kurzen Geschichte der Raumfahrt spedierte eine privatwirtschaftliche Gesellschaft, nämlich Europas „Arianespace“, einen privatwirtschaftlichen Satelliten ins All – pikanterweise einen Nachrichtensatelliten made in und made for USA.

Der erfolgreiche neunte Start der Europarakete „Ariane“ und die Übernahme des Satelliten-Transportgeschäfts durch „Arianespace“ runden eine erstaunliche Erfolgsstory ab: Nach den katastrophalen ersten Versuchen mit eigenen Trägerraketen Anfang der siebziger Jahre stiegen die in der Weltraumagentur ESA vereinigten europäischen Raketenbauer wie ein Phönix aus der Asche. Dabei stand ihnen das Glück der Tüchtigen bei. Denn sie profitieren nun eindeutig von Fehlkalkulationen der amerikanischen Nasa, die sich bei der Entwicklung und beim Einsatz der bemannten Raumfähre vor immer neuen Hürden sieht.

Schon jetzt füllen 28 Aufträge und 19 weitere Optionen im Gesamtwert von 2,2 Milliarden Mark die Auftragsbücher der „Arianespace“ (an ihr sind deutsche Firmen und Banken zu knapp zwanzig Prozent beteiligt). Und schon im Juli will die ESA die schubstärkere „Ariane-3“ einsetzen: Europa, eine Wirtschaftsmacht im All? GH