Erhard Epplers Heimkehr mitten in die Sozialdemokratie

Von Gunter Hofmann

Bonn, im Mai

Erhard Eppler ist wieder „da“. So lange ist es noch nicht her, da schien er zu einer Randfigur der SPD zu werden, oder sich gar nicht mehr in ihren Rahmen zu fügen. Aber jetzt, mit der SPD in der Opposition, ist das schon wieder Geschichte.

Als wäre es nie fraglich gewesen, nimmt der Schwabe wieder einen Spitzenplatz in der SPD ein. Es lockt ihn auch wieder, einen Sitz im Präsidium der Partei zurückzugewinnen – das einzige Amt, das er behalten wollte, aus dem er aber verdrängt worden war. In seiner Partei fühlt sich Eppler „jetzt wieder zu Hause“. Bei den Wahlen zum Vorstand während des Parteitags in Essen erzielte er das sechstbeste Stimmenergebnis, mehr Zustimmung als je zuvor. Die neue Grundsatz-Kommission, der er als stellvertretender Vorsitzender angehört, wird er prägen.

Das alles geschieht in einem Augenblick, in dem Helmut Schmidt sich von der Bühne der politisch Aktiven zurückzieht. Schon geht das Schlagwort um: aus der Schmidt-SPD werde nun eine Partei Erhard Epplers. Auch wenn der Abschied des einen und das Comeback des anderen zusammenhängen – auf diesen Nenner läßt sich die Entwicklung gewiß nicht bringen.

Eppler, seit 1952 politisch tätig, obwohl er sich nicht immer einen „Politiker“ nennen lassen wollte, hat viele Höhen und Tiefen erlebt. Auf und ab, vom Zentrum an den Rand und wieder. ins Zentrum – das ist eine unruhige politische Biographie. Aber beständig hat er die Diskussion seiner Partei und das Bild von ihr mitgeprägt. Überhaupt, in der öffentlichen Diskussion hat er einen Einfluß ausgeübt wie wenige andere, auch wenn es schwerfällt, ihn einen „Machtfaktor“ zu nennen, wie der Spiegel einmal meinte, als Eppler mit an der Spitze der Friedensbewegung stand.