BMW-Fahrer rühmen sich ihrer Marke und den mitschwingenden, das Ego streichelnden Charakteristika. Es lag nahe, diese Identifikation auch literarisch zu nutzen.

Gute Ideen finden bisweilen mehrere Realisatoren nebeneinander und unabhängig voneinander. So gingen auch hier mehrere Werksbiographen ans Werk, eine Autorenmannschaft mit dem Segen (und dem Geld) des Unternehmens, ein Autor im Alleingang. Er, der Journalist Hanns-Peter Rosellen, verfaßte eine Art „BMW-Bibel“, nicht nur, was den allumfassenden Inhalt, sondern auch was den Umfang angeht: 610 Seiten. „Das weiß-blaue Wunder“ (Seewald Verlag Stuttgart, 78 Mark) ist enzyklopädisch geraten, einschließlich der Wagentypen-Auflistung. Das stilsichere und nie geschwätzige Buch scheut sich nicht, da Namen und Motive zu nennen, wo das BMW-Management es wohl weniger gerne sähe, etwa beim Zwist zwischen dem Vorstandsvorsitzenden von Kuenheim und seinem einstigen Verkaufschef Bob Lutz.

Die offizielle Firmengeschichte, die „BMW Edition“ im Econ-Verlag, ist historisch noch nicht so weit vorgedrungen. Horst Mönnichs „Vor der Schallmauer – BMW, eine Jahrhundertgeschichte“ liegt bislang nur mit dem ersten Band (1916-1945) vor. Es macht Appetit auf den zweiten Band, nicht nur dank der wohlgesetzten Sprache, sondern auch wegen der instruktiven, bilderreichen Aufmachung (hier ist Rosellens Buch schwächer). Die gute Papierqualität und die zeitlos-moderne Gestaltung (von Otl Aicher) machen die großformatigen Bände der Edition zu Sammlerstücken und rechtfertigen die hohen Preise. Mönnichs erster Band, rund 315 Seiten stark, kostet 88 Mark.

Zum selben Preis wird der 255 Seiten starke Editionsband „Faszination Rennstrecke. BMW und der Motorsport“ angeboten, verfaßt vom FAZ-Redakteur Rolf Heggen (sein Redaktionskollege Gerold Lingnau schrieb in derselben Reihe den Motorradband „Freiheit auf Rädern“). Heggen fängt in diesem Buch die verheißene Faszination des Motorsports nur selten ein. Sein Text ist da am stärksten, wo er Selbsterlebtes schildert, etwa den Ablauf der „Inter-Rallye“, auch wenn er seinen Lesern vorenthält, daß es sich um eine Reklame-Rallye der Hotelkette Intercontinental handelt. Die Photos dieses Bandes sind exzellent. Dasselbe gilt für die Oldtimer-Bilder in Paul Simsas „Freude am Fahren – Charakter einer Automarke“, dem dritten Band der BMW-Reihe (202 Seiten, ebenfalls 88 Mark). Hier ist die Typenübersicht zur BMW-Produktion seit 1929 zu loben, ansonsten bleibt unklar, was das spürbar poetisch bemühte Buch neben der Firmengeschichte eigentlich soll. K. V.