Die Supergewinne der amerikanischen Autoindustrie beschäftigen nicht nur die Börse, die Wirtschaftspolitiker, Gewerkschaften und Verbraucherorganisationen in den USA. Auch die Karikaturisten haben sich des brisanten Themas angenommen. Denn der Aufschwung in der einstigen Krisenbranche ist nicht allein das Verdienst eines tüchtigen Managements, das die Unternehmen durch die Entwicklung fortschrittlicher Modelle und die Rationalisierung veralteter Anlagen aus der Verlustzone herausgeführt hat. Anders als die Europäer haben die amerikanischen Autoriesen die japanische Herausforderung nicht in erster Linie mit Qualitätssteigerung beantwortet; die US-Autoindustrie rief vielmehr laut nach Protektionismus. Die Zeche zahlen die Verbraucher über höhere Preise – und die Arbeitnehmer, denen in den Krisenjahren zum Teil beträchtliche Lohnzugeständnisse abgerungen wurden. Umso mehr empören sich Leitartikler und Karikaturisten über die üppigen Gehaltszuschläge, die sich Automanager in diesem Jahr genehmigen. Hohe Preise und schlechte Qualität einerseits und Supergewinne andererseits erregen die Gemüter. mj