Wenn es darum geht, seine Wiederwahl zum Präsidenten zu sichern, scheut Ronald Reagan weder Mühen noch Plagen. Nach seinem Auftritt als Gast der Pekinger Oper und dem „Intermezzo mit Papst“ in Alaska ist er nun nach London gekommen, dort tritt er als Star in einer großen TV-Show auf. Sie trägt den nicht gerade vielversprechenden Titel: „Weltwirtschaftskonferenz“ und zeigt Reagan in einer Rolle, die ihm geradezu auf den Leib geschrieben ist: als Staatsmann.

In tragenden Nebenrollen werden Mrs. Thatcher (als Gastgeberin) H. Kohl, F. Mitterrand und andere bekannte Darsteller zu sehen sein. In der Sendezentrale von ACS fand eine letzte Besprechung zwischen Mr. Baloney, dem Regisseur und seinen Kameraleuten statt.

Baloney: Kamera Eins! Du konzentrierst dich auf Ronnie. Stell‘ dir einen Farmer in Iowa vor. Wie der seinen Präsidenten in der großen, weiten Welt sehen möchte, so zeigen wir ihn.

Kamera Eins: Steht nicht im Drehbuch, daß er dem Franzosen mal kräftig auf die Schulter haut? Das brächte ein bißchen action in die Sache.

Baloney: Gestrichen. Da spielt Mitterand nicht mit. Dafür legt jetzt Ronnie seine Hand väterlich auf die Schulter von Nakasone, das ist der Japse. Geh hautnah an die Hand heran, eine behaarte Präsidentenhand wirkt sehr vertrauensbildend.

Kamera Eins: Wem wird er seine Witze aus seiner Hollywood-Zeit erzählen?

Baloney: Vorzugsweise Trudeau, weil der am meisten Sinn für Humor hat.