Nichts Besseres weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei, wenn hinten, weit in der Türkei, die Völker aufeinanderschlagen“, schrieb Goethe seinerzeit im „Faust“. Heutzutage sind die Türken für uns nicht mehr weit hinten, sondern wohnen oft ein paar Straßen weiter, was nicht bedeutet, daß wir mehr von ihnen wissen, von ihrer Kultur, ihrem Land und ihrer Lebensart.

Erst bei einer Reise ins ferne Heimatland unserer Gäste entdeckt so mancher, mit welch interessanten Landsleuten wir hier zusammenleben. „Türkei verstehen – Türken verstehen“ nennt sich eine neue Broschüre in der Reihe der Sympathiemagazine des Studienkreis für Tourismus. Sie will auf 48 Seiten mit 40 Kurzberichten den Türkei-Urlaubern einen Einblick in ihr Ferienland geben und gleichzeitig mehr Verständnis für die bei uns lebenden Türken schaffen.

Die Kapitel „Schauplatz der Antike“ oder „Türkisches Bad“ auf der einen Seite, „Frauen: alte Ideale, neue Rollen“ oder „Von Türkenangst und Deutschlandliebe“ auf der anderen Seite, zeigen beispielhaft den Doppelcharakter des Heftes. Es ist mehr und weniger als ein Reiseführer, es bietet einen Grundkurs in Völkerverständigung. Wie nötig dieser Nachhilfeunterricht ist, mag man daran erkennen, daß von der Broschüre in kurzer Zeit 35 000 Stück verkauft wurden. C.S.

„Türkei verstehen – Türken verstehen“, 48 Seiten, 2,50 Mark, Studienkreis für Tourismus, Dampfschiffstraße 2, 8130 Starnberg.