Apartheid für Frauen

Wer wie der südafrikanische Premier Pieter Willem Botha strikt die Politik der Apartheid verfolgt, hält auch nicht viel von der Gleichberechtigung der Frauen. Als ihm einmal eine Opponentin ins Wort fuhr, herrschte Botha sie an: „Bleiben Sie still! Hat Ihnen Ihr Gatte nicht beigebracht, Männer nicht zu unterbrechen?“ Vor ungezogenen Frauen ist man nie sicher. Doch als jetzt Premierminister Botha auf seiner Europa-Tournee auch Zürich besuchte und eine Rede halten sollte, beugten die Gastgeber von der schweizerisch-südafrikanischen Freundschaftsgesellschaft vor: Zwei Journalistinnen, die den Ausführungen Bothas lauschen wollten, durften im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen den Saal nicht betreten. „Frauen werden nicht zugelassen“, lautete die lapidare Auskunft.

Zurückgedrängter Urwald

Nigerias Militärregierung hat der „Disziplinlosigkeit“ im Lande den Krieg erklärt. Es geht nicht nur, wie immer wieder seit dem Putsch vom 1. Januar verkündet, gegen die Korruption. Auch der einfache Bürger, der keine Posten an Vettern zu vergeben und keine öffentlichen Gelder zu unterschlagen hat, kann seinen Beitrag zum Sieg des Guten leisten: durch diszipliniertes Schlangestehen an der Bushaltestelle, nach dem Vorbild der alten britischen Kolonialherren. Den Erfolg der Kampagne bejubelt die vom Militär kontrollierte Presse, so der Guardian of Lagos: „Unsere Bushaltestellen waren die reinsten Urwälder voller Raubtiere mit Menschenantlitz; der Krieg gegen die Disziplinlosigkeit hat sie in ein Paradies der Nächstenliebe verwandelt, wo nicht mehr der Stärkste, sondern der Sanftmütigste überlebt.“

Aufgebundener Bär

Bären sind nicht berechenbar. Nach Mutmaßungen der Washingtoner Nato-Konferenz ist der russische Bär durch die Aufstellung der „Pershing“-Raketen in Europa gereizt; darum versuche er, die Verbündeten auseinanderzutreiben und sich in den amerikanischen Wahlkampf einzumischen. Präsident Reagan und Nato-Generalsekretär Luns lag jedoch eine andere Information vor: Der Bär habe sich zum Winterschlaf zurückgezogen.

Wein-Bassins