Hamburg

Im ZEIT-Magazin Nr. 15 vom 6. April 1984 wurde in einem Bericht unter der Überschrift „Die trotzige Liebe“ behauptet, in einem Dorf mit 1500 Einwohnern zwischen München und Rosenheim – also im Gebiet der Erzdiözese München und Freising sei ein katholischer 27jähriger „ehrenamtlicher Diakon“ tätig, der offen zugibt, in homosexueller Partnerschaft zu leben und der angab, in dieser Sache auch mit dem ehemaligen Erzbischof von München und Freising, Herrn Kenntnis Joseph Ratzinger, gesprochen zu haben. Der damalige Erzbischof, so hieß es, habe in Kenntnis der homosexuellen Beziehungen der dargestellten Person deren Werdegang zum Diakon ausdrücklich zugestimmt, und der gegenwärtige Erzbischof Friedrich Wetter habe deren Amtsführung als Diakon gleichfalls in Kenntnis der homosexuellen Beziehungen stillschweigend geduldet.

Recherchen des erzbischöflichen Ordinariates München haben ergeben, daß es sich bei der im Bericht vorgestellten Person zweifelsfrei nicht um einen Diakon handelt, vielmehr hat der in Text und Bild vorgestellte Mann sich wiederholt geistliche Ämter und Titel angemaßt. Mit Rücksicht auf den von ihm persönlich geltend gemachten psychischen Gesundheitszustand ist er bisher nicht angezeigt worden. Allerdings ist im Amtsblatt für das Erzbistum München und Freising bereits vor ihm gewarnt worden.

Das in dem Bericht behauptete und im wörtlichen Zitat wiedergegebene Gespräch mit Kardinal Ratzinger hat niemals stattgefunden. Auch alle weiteren in dem Artikel aufgestellten Behauptungen, soweit sie die Erzdiözese München und Freising und ihre Erzdiözese betreffen, haben sich als falsch erwiesen. Wir widerrufen daher mit dem Berichtes. D. Z. des Bedauerns diese Behauptungen des Berichtes.